Große Koalition und Umschwung in den Medien

Die Große Koalition steht, das Echo ist uneingeschränkt verheerend. Die CDU habe sich aufgegeben, eine Demütigung erlebt, sich über den Tisch ziehen lassen. Im Kabinett sei sie strukturell geschwächt, programmatisch nur noch eine Hülle. Angela Merkel habe Ministerien gegen Machterhalt getauscht.

Auch die SPD sei inhaltlich entleert. Ihr wie der Union wäre es nur um Posten gegangen, mit der drolligen Volte, dass für einen Moment ausgerechnet derjenige Außenminister werden sollte, der die Fortsetzung der Koalition wie auch die Übernahme eines Ministeramtes kategorisch ablehnte. Noch während dieser Text entsteht, kommt allerdings Entwarnung: Martin Schulz verzichtet auf den Ministerposten. Schon zuvor nannte ihn die WELT einen “hohlen Selbstbespiegler”, der die eigene Partei wie auch das gegebene Wort gering achte. Charakterlos, schamlos, haltungslos waren andere Einschätzungen. Innerhalb von knapp einem Jahr ist die 100-Prozent-Hoffnung der SPD zu 100 Prozent gescheitert.

Desaströs auch das Urteil zum Koalitionsvertrag. Tenor: Kein Aufbruch, keine Vision, nichts. Ein “Dokument der Erschöpfung”, ein lustloses “Klein-Klein”, das alle wichtigen Probleme ausspare: Einwanderung, Sicherheit, Islam, Zukunft der Arbeitsplätze, Zukunft des Sozialstaats.

Doch bei allem Verständnis für das einhellige Urteil: Ist die scharfe Kritik an Merkel und Schulz berechtigt? Haben sie nicht genau das gemacht, was fast alle Medien monatelang forderten: Eine Regierung auf die Beine zu stellen, die das große Werk der grenzenlosen Humanität und der europäischen Einigung fortsetze, und am besten wieder im Rahmen einer GroKo?

Erinnern wir uns: Schon der Wahlkampf war eine Farce, die der politischen Vernunft weh tat. Attentate, Messermorde, Vergewaltigungen spielten im Auftritt der Altparteien keine Rolle. Auch nicht die aberwitzigen Kosten der illegalen Zuwanderung, die überall sichtbare Islamisierung, die Dauerkrise von Euro und EU, die soziale Benachteiligung der Deutschen. Dass die AfD sie zum Thema machte, wurde von den Medien skandalisiert und damit dem Unerhörten, Ungezogenen, Alarmistischen zugeordnet, über das man nicht reden müsse; zudem seien derartige Fragen angeblich rassistisch, völkisch, anti-human, was auch immer. Alle deutschen Medien, von zwei oder drei Publikationen mit geringer Reichweite abgesehen, votierten klar für ein “Weiter so”.

Dann kam der 24. September. Der Einzug der AfD in den Bundestag war für viele Journalisten ein Schock. Dass hinter dem Erfolg ein konservatives Bedürfnis stehen könne, der gleichsam stinknormale Wunsch nach Erhalt der gewohnten Lebensverhältnisse, nach Sicherheit und Ordnung, wollten viele nicht sehen. Wieder wurde die Maschinerie der AfD-Verunglimpfung angeworfen, bei gleichzeitiger Diffamierung der Wähler. Auch jetzt ging es nicht um die von der AfD aufgeworfenen Fragen, sondern allen Ernstes darum, ob man den – fast von allen Talkshows ausgeschlossenen Konservativen – nicht zu viel (!) Raum in den Medien gegeben habe. Als sei der skandalöse Katzentisch für Frau von Storch bei “Hart, aber fair” schon ein zu großes Entgegenkommen gewesen, oder das Verschweigen der AfD-Positionen, wie es selbst ein intellektuelles Blatt der 30er-Zone wie “Auto, Motor & Sport” für notwendig hielt, unter klarem Verstoß gegen den Pressekodex.

Dann folgten die Sondierungsverhandlungen. Von vielen Medien wurden sie eher mit Vorbehalten zur Kenntnis genommen, schon weil die FDP und Christian Lindner mitbestimmen sollten. Ein Mindestmaß an wirtschaftspolitischer Vernunft und EU-Skepsis war vielen Journalisten schon suspekt. Trost bot immerhin, dass so die AfD nicht die Oppositon führen und wichtige Posten in den Ausschüssen besetzen könne. Aber das Medienecho war eindeutig: Zweitbeste Lösung.

Die Sondierungen scheiterten, einen Moment herrschte Irritation. Aber bald schon wandelte sie sich in Euphorie. Zu guter Letzt konnte das große linke Projekt der GroKo doch noch verwirklicht werden, die Erhebung aller weltweit Beladenen auf den deutschen Sozialstandard. Mit Martin Schulz hatte man dafür einen Garanten, und mit dem Merkel-Freund Steinmeier auch den subalternen Geburtshelfer im Schloss Bellevue. Dessen Drängen zur Großen Koalition wurde daher begeistert kommentiert, die harten Verluste von SPD und Union bei den Wahlen mal eben zum Regierungsauftrag umgedeutet.

Jetzt hat man das, was man wollte. Der Koalitionsvertrag entspricht genau dem, wofür SPD und CDU im Wahlkampf geworben haben: “Weiter so”, nichts verändern, die Kanzlerin führt mit ruhiger Hand. All das entspricht genau den Forderungen, für die die Medien monatelang trommelten. Wenn sie etwas anderes sagen, lügen sie sich in die Tasche. Hätte Schulz die Fortsetzung der GroKo am Wahlabend bestätigt, wäre das Medienecho auf den jetzt ausgehandelten Vertrag und die Postenverteilung vermutlich ganz anders ausgefallen.

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Ein Leser fragt, ob der Wechsel von Kurs und Geschützrichtung, den BILD mit ihrer harschen Kritik an Frau Merkel und der GroKo zeige, eine Reaktion auf meine Liebesgrüsse im letzten Beitrag seien. Wohl kaum. Der Umschwung ist, wie oben beschrieben, allgemein. Dass er das Vertrauen in den Journalismus stärkt, kann man nicht behaupten. Mein Stück wurde im übrigen mit viel Zuneigung aufgenommen, nicht zuletzt aus Redaktion und Verlag.

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Auch eine neue Erfahrung: Fast jedes Gespräch, das man in Asien mit informierten Leuten führt, beginnt mit der besorgten Erkundigung: “What is wrong with your country?”

BILD: Abgang einer Büroleiterin

Tanit Koch hat hingeworfen. Die Gerüchte, dass sich die Chefredakteurin von BILD neu orientiere, gab es schon seit Monaten; auch die Gerüchte, dass Springer-Chef Matthias Döpfner sie loswerden wolle, wie auch die Chefin der BILD am SONNTAG, Marion Horn. Beide Blätter verlieren dramatisch an Auflage – Konsequenz einer Blattgestaltung, die die Nähe zur Regierung sucht, nicht die zu den Lesern. Geschützt habe beide, so war zu hören, ihr Status als Frau. Gleichzeitig zwei LichtgestaltInnen ohne Licht zu feuern, traue sich der Vorstand nicht. Als Erkenntnis bleibt: Ob es die „gläserne Decke“ gibt, die Frauen am Aufstieg hindere, sei dahingestellt; ganz sicher gibt es den „gläsernen Boden“, der sie vor dem verdienten Absturz schützt.

Denn der Rausschmiss, dem Frau Koch mit ihrer Kündigung zuvorkam, wäre berechtigt gewesen. Der Niedergang der BILD hat sich unter ihr beschleunigt, neue Impulse hat sie nicht gesetzt. Das ist entscheidend, nicht ihr Streit mit Online-Chef Julian Reichelt. Unbeirrt hielt sie Kurs, direkt in den Mahlstrom. Sklavisch beharrte sie auf den alten Formaten, auf ‚In & out’, ‚Gewinner & Verlierer’, den ‚Fragen der Woche’ und der längst unzustellbaren ‚Post von Wagner’. „Sie habe alles von Kai Diekmann gelernt“, gab sie bei ihrer Ernennung zur Chefredakteurin zu Protokoll. Leider auch nichts darüber hinaus.

Denn Vorhersehbarkeit ist der Tod des Boulevards. Und vorhersehbar war BILD formal wie inhaltlich. Den Kurs ihres Vorgängers Kai Diekmann, dem Blatt nicht nur das Seite-1-Girl, sondern auch alle Kanten zu nehmen, es divers, feminin und popkulturell zu machen, führte sie fort. Und wie Diekmann suchte Koch das Wohlwollen der Macht, assistiert von Politikchef Nikolaus Blome, dem als Journalisten getarnten Regierungssprecher. Kritik an Kanzlerin und GroKo wurde von ihm verlässlich verhindert, die illegale Grenzöffnung bejubelt. Ob die Übernahme des linksautonomen, vor allem aber grotesk leserfernen Slogans „Refugees welcome“ seine Idee war, ist umstritten; verhindert hat er dies zumindest nicht. Nach dem „Wir-schaffen-das“-Parteitag der CDU 2015 spotteten Kollegen, der 11-minütige Applaus für die Kanzlerin sei für sie nichts Neues: Das erlebten sie jeden Tag in der Ressortkonferenz von Seiten des Politikchefs.

Damit sind auch die beiden Hauptgründe für den Niedergang von BILD genannt, jenseits aller Konkurrenz durch Frühstücksfernsehen oder Online-Dienste: Leserferne und korruptiver Streicheljournalismus. Freunde der Springerschen Oberschicht waren jeder kritischen Berichterstattung entzogen: Helmut Kohl, Angela Merkel, Franz Beckenbauer, Til Schweiger, Uli Hoeneß, Schalke 04, Günther Jauch, Joachim Hunold, IOC-Chef Thomas Bach. Und, und, und, und, und, denn dazu auch die Freunde der Freunde.

Ebenso war geschützt, wer großes Geld bei der Anzeigenabteilung ließ. Nicht überraschend fragte BILD in der VW-Affäre um betrügerische Diesel-Software besorgt: „Was wird der Skandal VW kosten?“ Tatsächlich meinte die Zeile: Was kostet der Skandal unseren liebsten Anzeigenkunden? Dass BILD-Leser mehr daran interessiert waren, wer ihnen den gewaltigen Wertverlust ihres nun fast unverkäuflichen VW-Schrotts ersetze, übersah die Chefredakteurin. BILD stand auf Seiten von VW-Chef Winterkorn, nicht auf Seiten der betrogenen Kunden. Selbst eine Drückerexistenz wie Carsten Maschmeyer wurde und wird von BILD umjubelt. Auch Großspenden für „Ein Herz für Kinder“ erkaufen Immunisierung.

Zusätzlich korrumpierend wirkte die Mitgliedschaft in Gremien, Organisationen und allerlei Jurys. Ein kritischer Kommentar zur damaligen Integrationsministerin Maria Böhmer wurde aus dem Blatt gekippt: Diekmann hatte sich, ohne Wissen der Redaktion, gerade der von Böhmer initiierten ‚Deutschlandstiftung Integration’ verpflichtet. Tanit Koch, auch hier gelehrig, folgte ihm nach. Dass Journalisten Distanz zur Politik und deren Inszenierungen halten sollten, war Diekmann in seiner Wurstigkeit egal; Koch in ihrer Jungmädchenattitüde vermutlich unbekannt. Ihren Abschied von BILD illustrierte sie mit einem Kindergeburtstags-Foto inmitten von Luftballons. 

Bunt aber war nur der Strauß der Rücksichtnahmen – auf die Atlantik-Brücke, Berliner Promi-Wirte oder auf die Interessen von Michael Mronz, dem Lebensgefährten des verstorbenen FDP-Politikers und Diekmann-Freundes Westerwelle. Daher die überproportional große und immer freundliche Berichterstattung über die von Mronz vermarkteten Sportveranstaltungen, besonders über das Reitturnier CHIO in Aachen. Dass Dressur- und Springreiten plötzlich zu den Kernsportarten der BILD-Leserschaft gehören sollten, überraschte selbst Redakteure. Meine Kündigung bei BILD um das Jahresende 2012 begründete ich auch mit dieser Entwicklung: Dass wir, würde die Rücksichtnahme auf Friends & Family nicht beendet, ungeschönt nur noch über Schneewittchen, die sieben Zwerge und Prinz Eisenherz berichten könnten. Doch auch ohne diese Themenwahl ähnele BILD schon jetzt einem Märchenblatt.

Die Mahnung wurde nicht gehört. Doch die Leser von BILD mögen einfach sein, oft auch ungebildet; dumm sind sie nicht. Und sie haben ein feines Gespür für unehrliche, ‚gefakte’ Berichterstattung. Dass BILD, wie die Zeitung unter ihrem Logo verkündet, „überparteilich und unabhängig“ sei, glaubten sie schon lange nicht mehr. Dafür waren Parteinahme und jene Einseitigkeit, die im Diekmannschen Amigo-Journalismus wurzelt, zu offensichtlich. Nicht zufällig war die am schlechtesten verkaufte Ausgabe 2017 die Gedenkausgabe „Danke, Helmut Kohl“. Für die erwartbaren Hymnen auf den „Vater der Einheit“, der aber auch der Vater von Euro, nationalem Ausverkauf und allen Folgeproblemen ist, mochten die Leser kein Geld ausgeben. Doch auch diese Abstimmung am Kiosk nahm Tanit Koch nicht zur Kenntnis.

So sind die Auflagenverluste eben auch der Beweis, dass die Chefredakteurin keine war. Zwar intelligent, angenehm, gebildet, aber ohne Kompass und vor allem: Ohne Feuer. Eine seltsam sterile Person, verliebt nur ins Organisieren, ohne Neugierde und tiefere Interessen, ob sinnlich oder intellektuell; eine perfekte Büroleiterin, aber keine Journalistin. Die neuen Auflagenzahlen, die nächste Woche kommen, sollen wieder einen Verlust von 11 Prozent ausweisen; intern ist von 14 Prozent die Rede. Das wäre nicht weniger als ein Zeugnis des vollständigen Scheiterns. Denn nie war der Job des BILD-Chefredakteurs einfacher, nie zuvor schrieb ihm die Wirklichkeit täglich die großen Schlagzeilen: Attentäter mit 14 Identitäten, Einwanderung von verurteilten Mördern, Messermorde in Supermärkten, Vergewaltigung unter Macheteneinsatz vor den Augen des Freundes, Schwimmbäder unter Polizeischutz, Angriffe auf Sanitäter und Feuerwehrleute, importierte Polygamie mit bis zu vier Ehefrauen – wenn etwas Stoff für eine Zeitung wie BILD liefert, dann der Kontrollverlust des Staates. Mehr Boulevard war nie.

Nicht aber für Tanit Koch. Die Nähe zu Merkel verhinderte jene harte Berichterstattung, für die BILD einmal stand. Als wir uns einige Zeit nach ihrer Ernennung einmal trafen, fragte sie mich, wie man aus der ‚Refugees Welcome’-Nummer herauskomme. Mein Rat, es war die Zeit der massenhaften sexuellen Übergriffe in Schwimmbädern: Hundert Fälle sauber recherchieren, dann Seite 1 in bewußter Anlehnung an den STERN-Titel „Wir haben abgetrieben!“ gestalten, allerdings mit der Schlagzeile „Wir wurden angegrabscht!“ Das sichere ihr die Unterstützung aller Altlinken, sei auch nicht fremdenkritisch, sondern thematisiere die Bedrohung der Frauen. Tanit dachte kurz nach, dann verwarf sie den Vorschlag. Wenn alle Täter, so meinte sie, Ausländer seien, könne sie die Sache keinesfalls bringen. Dass man den Lesern jenseits aller politischen Korrektheit auch mal die Wirklichkeit zumuten könne, kam ihr nicht in den Sinn.

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Wiedergehört: Den liebevoll-spöttischen Begriff für ältere, leicht vergessliche Personen, gegen die Enkel und Urenkel besonders gern spielen: „Oma (bzw. Opa) Memory“.

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In den Kommentarspalten meiner Facebook-Seite beschwert sich eine Stefanie Leiner, die als Logo die Atomkraft-Nein-danke-Sonne verwendet und vermutlich zur Kahane-Putztruppe gehört, dass ein von mir verlinkter Text von Michael Klonovsky gewaltkriminelle Migranten als „Rudel“ und „Horde“ bezeichne. „Meines Wissens treten Menschen weder in Rudeln noch in Horden auf“, meint die Putzfrau, und fügt hinzu: „Es ist menschenUNWÜRDIG.“

Das ist es keineswegs. Im Sport ist der Begriff der „Rudelbildung“ weit verbreitet, ohne dass dessen angeblich fragwürdiger Charakter Zeitungen wie Süddeutsche, WELT oder FAZ bisher aufgefallen wäre; selbst der DFB nutzt ihn in seiner Fachzeitschrift für Schiedsrichter. Und ‚Horde’ war zunächst ausschließlich für menschliche, speziell soldatische Gruppierungen reserviert, stammt der Begriff doch vom turksprachigen ‚ordu’ (Feldlager), noch heute im Türkischen das Wort für ‚Heer’. Mit den Mongolen, die mit ihren soldatischen ‚Horden’ tief in den Westen vorstießen, kam er in die europäische Sprachenwelt – und erhielt sich bis heute auch im Französischen, Spanischen, Italienischen, Englischen und Russischen. 

Heimatlose Gesellin, Lob des Faschismus

Zu den statistischen Auffälligkeiten der letzten Wochen gehört, dass jeder rassistische, dümmliche oder geschmacklose Tweet angeblich nicht von dem stammt, unter dessen Namen er verbreitet wurde. Dabei gehört das eigene öffentliche Image zu den zentralen Aufgaben eines jeden, der die Öffentlichkeit sucht; auch geht es bei einem Tweet nur um 280 Zeichen. Wen diese Leistung überfordert, wer sie an Dritte überträgt, ist in jedem öffentlichen Amt fehl am Platz.

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Ein Freund auf die Frage, welcher Partei er bei der Bundestagswahl seine Stimme gegeben habe: „Als bekennender Faschist war für mich nur eine Partei wählbar, die die Meinungsfreiheit bekämpft und 100prozentig hinter ihrem Führer steht.“

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Der Journalist Frank A. Meyer bemerkt, niemand habe das Erbe Rosa Luxemburgs gründlicher verworfen, das Erbe Carl Schmitts inniger angenommen als die Linken. Nur sie sähen in jedem politisch Andersdenkenden immer und ausschließlich den Feind.

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Zu den rätselhaftesten Leistungen Angela Merkels gehört ihr Erfolg im intellektuellen Milieu. Hier erfährt die Kanzlerin ein Maß an Zuneigung, das zuvor nur Willy Brandt auf sich ziehen konnte. Gerhard Schröder hatte für Künstler wenig übrig, vermutlich hielt er auch ihre Arbeit für ‚Gedöns’. Helmut Kohl wurde, obwohl historisch wie architekturhistorisch belesen, als ‚Birne’ geschmäht und verachtet. Ganz anders die Kanzlerin: Ob Sänger oder Schriftsteller, Schauspieler oder Regisseure, fast alle preisen sie. Kritik kommt aus dieser Ecke nicht.

Das ist erstaunlich, denn tatsächlich war wohl nie ein deutscher Regierungschef so wenig intellektuell, der Kunst so fern wie Frau Merkel. Nicht einmal hat sie auf irgendein Werk verwiesen, auf einen Roman, ein Gedicht, ein Bild, ein Bauwerk, das irgendeinen tieferen Eindruck auf sie gemacht hätte. Zitate kommen in ihren Reden nicht vor, so gut wie nie beruft sie sich auf eine Figur oder Tradition des europäischen Geistes. Auch von ihren Besuchen in Bayreuth ist nicht ein einziger Satz bekannt, der irgendein tieferes Verhältnis zu Wagners Werk andeuten würde; ob sie je etwas von Schubert, Beethoven oder Mozart gehört hat, ist nicht mit Sicherheit zu bejahen. Und die einzige Bemerkung zu einem Buch war zu einem, das sie nicht gelesen haben will: Thilo Sarrazins ‚Deutschland schafft sich ab’ fand sie „nicht hilfreich“. Über andere Werke, ob Sachbuch oder Literatur, hat sie nie gesprochen. Vermutlich liest sie nur SMS.

In all dem zeigt sich: Existentiell notwendig ist Kunst für die Kanzlerin nicht; nicht einmal ist sie es als Anregung oder Schmuck. Ausdruck interessiert sie nicht, auch zur Sprache hat sie ein rein funktionales Verhältnis: Subjekt – Prädikat – Objekt, rüber mit der Botschaft, das reicht. Eben deshalb sind auch ihre Sprache und Gedankenführung so schmucklos und schlicht. Dass ihre Äußerungen nicht selten wie ‚Deutsch in leichter Sprache’ klingen, so als spreche sie mit Behinderten oder Ausländern, hat hier seinen Grund.

Dabei geht es um weit mehr als um syntaktische oder grammatikalische Unbeholfenheiten. Die berühmte Frage in ‚Anton Reiser’, ob ohne oder jenseits der Worte überhaupt gedacht werden könne, ist auch politisch zu stellen. Denn ohne Sinn für Kunst und Geschichte und die sich darin zeigende Kultur gibt es auch politisch keinen Halt, fehlen die in Traditionen und Anschauungen verankerten Begriffe. Vermutlich kommt daher Merkels so leichtfertige Öffnung der Grenzen für all die Barbaren im buchstäblichen Sinne, aber auch ihr Schweigen zu frauenfeindlichen Übergriffen, zur weltweiten Christenverfolgung, zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit.

Die Frau, die sich so oft auf Europa beruft, hat von dem, was Europa ausmacht, keinen Schimmer; und sie will es auch gar nicht haben. Europas Werte und Erbe sind ihr egal, ebenso seine Architektur, seine Landschaften, seine Kunst. All das sagt ihr nichts, ist für ihr Leben und ihre Selbstverortung ohne Bedeutung; deshalb steht sie auch für nichts ein. Wer bedroht wird, dem empfiehlt sie Blockflötenspiel oder Kirchgang. Dass es jenseits der Macht etwas geben könnte, das sich zu verteidigen lohnt, nicht zuletzt die Freiheit von Kunst und Ausdruck, ist für sie nicht begreifbar.  

Doch auch jene, die diese Freiheit verteidigen sollten, klatschen dazu.

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Der schon häufiger zitierte New Yorker Freund bewundert Trumps Förderung des Tourismus: „Niemand zuvor hat es geschafft, das Image von Haiti, Simbabwe oder Saudi-Arabien bei linken Medien, Literaten und Schauspielern innerhalb weniger Stunden von shithole countries zu vorbildlichen, wenn auch verkannten Gemeinwesen zu drehen!“

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Anfangsbuchstaben zu leicht sprechbaren Kurzformen wie Nato oder Opec zusammenzufassen, ist der Sinn guter Akronyme. Das scheint nicht jedem klar, auch nicht der Vereinigung kanadischer Grundschullehrer. Ihr Kürzel für ein Inklusions-Training: LGGBDTTTIQQAAPP (Lesbian, Gay, Genderqueer, Bisexual, Demisexual, Transgender, Transsexual, Twospirit, Intersex, Queer, Questioning, Asexual, Allies, Pansexual, Polyamouros).

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Ein Leser verweist auf die Aktualität einer Antwort, die mein Vater, gefragt nach den Gründen seiner Abneigung gegenüber den 68ern, 2001 dem SPIEGEL gab: „Das liegt sicherlich an der Generationserfahrung. Mich hat zu vieles gestört: diese ganze lärmende Dialogunfähigkeit, der Größenwahn dieser Bewegung mitsamt ihrer moralischen Hysterie, die Realitätsverachtung, ihr Hass auf die Liberalität und anderes mehr. Es war doch eine Kampfansage an alles, was mir wichtig war. Wie hätte ich nicht dagegen sein sollen?“

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„Die unkontrollierte Zuwanderung war immer Schwachsinn.“ Öfter zu hörender Satz von Mitläufern, denen die Puste ausgeht.

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„Wollen Sie etwa an der Grenze auf Minderjährige schießen lassen?“ „Natürlich nicht, schon gar nicht auf die Täter von Freiburg und Kandel!“

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Nur wenige schaffen es auf den Olymp des Journalismus’, stehen mit ihrem Namen für eine bestimmte Richtung. In diesem Sinne Gratulation nach München: Prantl-Prawda, Prantlisierung, Prantlhausen, Prantl-News.

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Tagesschau, 7. Januar. Erst ein Bericht über die Lebensmittelknappheit und Aufstände in Venezuela, dann über die Unruhen in Honduras. Bei Venezuela kein Hinweis auf die Ursachen, also die sozialistische Politik und die damit immer einhergehende Korruption und Vetternwirtschaft; statt dessen wird so getan, als seien Versorgungs- und politische Krise im ölreichsten Land der Welt vom Himmel gefallen. In der causa Honduras dagegen ein anderer Tonfall: Die Proteste richteten sich, so der Sprecher, gegen den „konservativen“ Präsidenten.

Nationaler Sozialismus, Beate Uhse, Lügenpresse

Am Freitag meldete das Erotikunternehmen Beate Uhse Konkurs an. Angeblich sollen Internet und Versandhandel schuld am Nieder- und Untergang sein; unter dem Druck dieser Konkurrenz ließen sich die Geschäfte in teuren Innenstadtlagen nicht mehr finanzieren.

Wer die Berliner Theaterszene kennt, hält auch eine andere Erklärung für denkbar: Verantwortlich für den Konkurs Beate Uhses ist das Subventionstheater mit seiner oft deckungsgleichen Thematik. Gerade am Mittwoch feierte an der Berliner Volksbühne das Stück „Red Pieces“ der dänischen Choreographin Mette Ingvartsen Premiere. Für die Choreographin spricht: Die ekelhaftesten Dinge macht sie immerhin selbst. So durften die Besucher ihr beim Wasserlassen zuschauen, ebenso bei der Penetration mit einer Leuchtstoffröhre. Auch wer Gynäkologe werden möchte, kam hier zu seinem Glück, ferner die Freunde der urinierten Fraktion. Im zweiten Teil eine wilde Massenorgie von Wesen in blauen Ganzkörperstrumpfhosen. Wie das beim Sex eben so ist.

Leider gibt es eine Sache, die noch langweiliger ist als die Phantasien einer dänischen Klemmschwester: Theaterkritik. Denn das deutsche Theater ist längst kein Gegenstand mehr, mit dem zu beschäftigen sich lohnt. Schon seit Jahren hat es nichts mehr zu sagen, und mit Gründen: Theater ist fast immer die Darstellung von Streit und ausweglosen Gegensätzen. Das passt nicht in eine Gesellschaft der Konfliktvermeidung, von Alltoleranz und Verständnisheuchelei. So hat der deutsche Theaterbetrieb jede Fühlung mit der Realität verloren, ähnelt immer mehr einer Randsportart wie Synchronschwimmen oder Rhönradfahren: Eine kleine Schar von Freunden und Verwandten klatscht enthusiastisch; der Rest der wenigen Besucher schwankt zwischen fassungslos und belustigt. Das eine wie das andere eine überflüssige, öde, erkenntnisfreie Veranstaltung.

Das zeigt auch die Selbstprüfung. Rund 700 Aufführungen habe ich im Laufe meines Lebens gesehen, allenfalls zwei Handvoll sind in Erinnerung geblieben. Viele, sehr viele Abende waren qualvoll, noch weit mehr schlicht vertan. Auch ein guter Freund, Kritiker und einst glühender Aficionado mit mehr als 10.000 (!) Theaterbesuchen, hält das deutsche Subventionstheater für gescheitert. Auskunft gebe es nur über die belanglosen Fixierungen der Regisseure, nicht aber über das Leben, seine Tiefen, seine Aporien.

Leider wahr. Auch die Berliner Aufführung diente in erster Linie der Eigentherapie der Choreographin. Sie habe, so erklärte Ingvartsen, im Alter von acht Jahren eine Tüte mit Pornoheften gefunden; deren Lektüre sei eine „verstörende Erfahrung“ gewesen. Nun, fast 30 Jahre später, war es wohl Zeit für die seelische Aufarbeitung. Aber muss man das subventionieren?

Günstiger für den Steuerzahler, sinnvoller für Ingvartsen wäre ein Besuch im Swingerclub. Oder, bis letzten Freitag, bei Beate Uhse. Die war im übrigen eine eindrucksvolle, fröhliche, sehr sympathische Frau. Als Praktikant an der bayrischen Börse lernte ich sie Mitte der 80er Jahre kennen. Der von ihr geplante Börsengang des damals hochprofitablen Unternehmens scheiterte am Widerstand der deutschen Regionalbörsen. Nur die Bayern, in Sachen Sünde und Vergebung katholisch gestählt, hatten ihre Pläne unterstützt.

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Ein Freund: Die Urform des Familiennachzugs ist die Orestie.

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Rund 200 Versorgungssuchende aus Sierra Leone, einem laut UN durch und durch befriedeten Land, sind im beschaulichen Deggendorf in eine Art Streik getreten: Sie weigern sich, Deutschkurse zu besuchen oder ihre Kinder zur Schule zu schicken. Grund für den Streik sind „negative Erfahrungen“ mit deutschen Behörden. Dazu zählt die Ablehnung von Asylanträgen unter Hinweis auf die Dublin-Gesetze, auf fehlende Verfolgung oder als sonst „offensichtlich unbegründet“. Auch die ungenügende Medikamentierung gegen „spezielle Krankheiten“ wird gerügt – Sierra Leone ist seit Jahren eines der Hauptgebiete für Ebola, auch Aids ist verbreitet. Und traumatisch bedrückend seien auch Abschiebungen nach Italien; dort drohe „schwere Folter“. Doch selbst im bayrischen Sodom deutscher Behördenwillkür gibt es Momente des Glücks. Von den 40 Frauen, immerhin 20% der „Flüchtlinge“, sind 12 schwanger.

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Die Internationale ist aus der Mode gekommen. Niemand will mehr die Signale hören, niemand aufstehen zum letzten Gefecht. Zum Heer der Sklaven fühlen sich die Betriebsräte von VW und Mercedes so wenig gehörig wie die hochbezahlten Arbeitnehmer, und kaum einer würde sich als Verdammter dieser Erde sehen.

Doch die Mär von der länderübergreifenden Solidarität ist nicht aus der Welt; sie hat nur eine andere Form angenommen: Als Bekenntnis zur EU, der letzten Insel sozialistischer Internationalität. Insofern ist Martin Schulzens Forderung nach den Vereinigten Staaten von Europa nur die Neueinkleidung des alten Gassenhauers. Und eben deshalb unterstützen alle europäischen Sozialdemokraten die Globalisierung auf Kosten von Arbeitnehmerinteressen.

Das war schon immer an der Wirklichkeit vorbei und ein schwerer Fehler. Der Aufstieg des Nationalsozialismus, dem Sozialdemokraten wie Kommunisten nichts entgegenzusetzen wussten, zeigt das ebenso wie der Niedergang fast aller sozialdemokratischen Parteien in Europa. Ihre Verachtung von Heimat und Patriotismus bricht ihnen das Genick. Sozialismus, wie auch seine weniger radikale Form als Sozialstaat, funktioniert nur national.

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Die Willkommenskultur der ersten Tage ähnelte in ihrer euphorischen Seligkeit der Kriegsbegeisterung 1914: Wie dort dürfte der seltsame Enthusiasmus auch dem Verdruss über die eigene Saturiertheit entsprungen sein, dem angeblich bürgerlichen Leben. Nun konnte man die Verhältnisse wieder zum Tanzen bringen, der leeren Existenz zwischen Konsumismus, Therapiesitzungen und Skiurlaub in Gstaad Ziel und Sinn geben. Daher unter den Teddywerfern kaum einfache Leute; um so mehr aber Angehörige des akademisch-satten Milieus. Ob die Euphorie wieder in den Abgrund führt, bleibt abzuwarten. Viel spricht dafür.

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Ein Freund erzählt von einem Gesellschaftsspiel, das er kürzlich im Hause eines früheren FAZ-Redakteurs kennenlernte. Die Gastgeber hätten die schamlosesten Verfälschungen zur Flüchtlingskrise vorgelesen, die Anwesenden raten müssen, aus welcher Publikation der betreffende Satz stammt. Name des Spiels: „Lügenpresse“. Weit vorn im Ranking: ZEIT und SPIEGEL.

Pegida, Raubkunst, Sayn-Wittgenstein

Schutzsuchende – der neue Begriff für junge Frauen in Deutschland.

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Erwartbar öde der SPIEGEL über Doris von Sayn-Wittgenstein. Die politischen Positionen der AfD-Politikerin werden nur gestreift, wichtig ist die angeblich fragwürdige Weise, mit der die Adelige zu ihrem Namen kam. Doch kann man Titelkauf berechtigterweise nur als Konservativer kritisieren. Wer dagegen alles und sogar Geschlecht oder Familie für Konstrukte hält, sollte das auch beim Namen akzeptieren. Bejubelte nicht gerade der SPIEGEL eine Person wie Conchita Wurst, weil sie sich „neu erfand“? Doris von Sayn-Wittgenstein hat das eben auch gemacht.

Kleine Münze auch die Kritik anderer Adeliger. Immerhin sicherte die Nobilitierung von reichen Bürgern mit dem Ziel, deren Töchter unter Mitnahme großer Mitgiften als dann standesgemäße Partnerinnen zu ehelichen, lange Zeit das finanzielle Auskommen zahlreicher Adelsfamilien. Der Tausch Geld gegen Namen ist nichts Neues. 

Dennoch empfinden ihn viele als degoutant – und zwar gerade Angehörige des linken Lagers. Dabei sollten die eigentlich jubeln, beweist der Namenserwerb doch die Einschätzung Karls Marxens, wonach der Kapitalismus alle Traditionen abräume – und damit auch den Zusammenhalt des Adels. Wie allerorten zu beobachten: Die reaktionäre Linke weiß nicht, was sie will. Nur wenn es gegen die AfD geht, erkennt sie den Weg.

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Ein Freund: Wer Familienzusammenführung für ein Gebot der Nächstenliebe hält, hat nie ein Weihnachtsfest bei uns erlebt.

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In den letzten Wochen erlebte Brüssel mehrere schwere Straßenschlachten, jedesmal ausgelöst und betrieben von zugewanderten Jugendlichen des muslimisch-kriminellen Milieus. Der hiesigen Sagrotan-Presse war das keine Berichterstattung wert, auch die öffentlich-rechtlichen Staatsmedien verschwiegen die Ausschreitungen. Und niemand erinnerte an Präsident Trump, der schon im Januar 2016 die EU-Hauptstadt als „Höllenloch“ bezeichnet hatte – zwei Monate vor dem schweren Anschlag mit 32 Toten.

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Ein Artikel der NZZ aus dem Jahr 1985 nennt am Ende die Privatanschrift des Autors zu Korrespondenzzwecken. Glückliche Zeiten.

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Nicht nur in Brüssel erodiert die öffentliche Sicherheit; auch in vielen dänischen, schwedischen, holländischen, französischen oder deutschen Städten ist sie längst auf den Hund gekommen. Überall herrscht Angst, überall zieht sich der Bürger aus bestimmten Gegenden zurück. Niemand, der bei Sinnen ist, hält sich abends noch im Bereich des ‚Kleinen Tiergarten’ in Berlin auf, auf dem Kölner Ebertplatz, um den Hamburger Hauptbahnhof. Schwimmbäder sind im Sommer für junge Frauen Gefahrenzonen, bestimmte Viertel für Juden nur dann betretbar, wenn sie ihren Glauben nicht offen leben; ihre Kinder werden von Schulen gemobbt. Und auch die dümmlichen Gesänge derer sind verstummt, die nach jedem Anschlag meinten, wir dürften uns von Terror und sexuellen Massenattacken unsere westliche Lebensart nicht zerstören lassen. Tatsächlich ist die Zerstörung im vollen Gange. Längst ist jedem klar, der mit wachem Sinn auf Europa blickt: Die ‚offene Gesellschaft’ ist nur dort noch möglich, wo keine muslimischem Migranten leben.

Doch nicht nur die öffentliche Sicherheit und Ordnung ist bedroht; ebenso ist es, das machen nicht nur die Vorgänge an der Berliner Polizeiakademie deutlich, die Verläßlichkeit der Institutionen. Dass die Großrazzia, die letzte Woche gegen Linksradikale lief, „durchgestochen“ wurde, kann keinen verwundern, der die linke Durchsetzung vieler Ermittlungsbehörden kennt. Schwerer noch wiegt der gezielte Versuch, Beweise im Fall des Berliner Goldmünzenraubs zu vernichten, der einem arabischen Clan zur Last gelegt wird. Offensichtlich wussten die Täter, wo die Beweise gelagert waren. Auch die Clans haben ihre Verbindungsleute bei der Polizei.

Genau vor dieser Entwicklung hatte einst eine Bewegung gewarnt, die heute übel beleumundet ist: Pegida, die Sammlung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Und sie hatten dies schon 2014 getan, also Monate vor der Merkelschen Grenzöffnung, vor den vielen ausgeführten und verhinderten Anschlägen, vor all den Morden, Vergewaltigungen, Messerstechereien.

Heute sieht man, wie recht ihre Gründer hatten; und wie falsch all jene Politiker und Journalisten lagen, die die friedlichen Dresdner Demonstranten als „Pack“ verunglimpften, als Psychopathen und Verschwörungsgläubige. Eine Entschuldigung wäre angebracht.

Noch dazu: Erstaunlich ist der Gleichmut, mit der Bevölkerung und Medien auf die kriminelle Metastasierung grundlegender Rechtsinstitutionen reagieren. Während schlecht plazierte Komplimente zu landesweiten Empörungswellen führen, während jede Nazikritzelei Lichterketten und besorgte Kommentare auslöst, scheint die Unterwanderung zentraler Einrichtungen des Staates durch Angehörige faschistoider, grundrechtsfeindlicher Kulturen kaum jemanden zu beunruhigen. Vielmehr zeigen gerade solche Menschen, die sich bei jeder Gelegenheit als besonders kritisch gerieren, ein unerklärliches Vertrauen in die immer neuen Ausflüchte der Politik, wonach es sich um Einzelfälle, Ausreißer, Versehen handele. Und niemand fordert irgendeinen Rücktritt.

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Auf älteren Visitenkarten der Bundestagsverwaltung firmiert das Jakob-Kaiser-Haus als Jakon-Kaiser-Haus. Die Karten werden verwendet, offensichtlich hielt man den Fehler für nicht so bedeutend. Knauserigkeit geht vor Selbstachtung.

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Im Zusammenhang mit der Sexismusdebatte („#metoo“) um die sozialdemokratische Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli erinnert ein Freund an das eher zweischneidige Kompliment, das Rheinländer für einen bestimmten Frauentyp verwenden: lecker-doof.

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Außerordentlich lesenswert ist das kürzlich erschienene Buch „Der Fall Gurlitt“ von Maurice Philipp Remy. Ein alter, etwas verwirrter, völlig zurückgezogen lebender Mann, Erbe des berühmten Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, war 2012 ins Visier der bayrischen Zollfahndung geraten. Die trat ihm kurzerhand die Tür ein und beschlagnahmte Hunderte Bilder, die sie über Monate behielt – weil es sich angeblich um „Raubkunst“ handelte, also um Werke, die jüdischen Eigentümern von den Nazis abgepresst wurden. Tatsächlich sind selbst nach mehreren Jahren der Provenienzforschung nur eine Handvoll Bilder problematisch; der allergrößte Teil wurde vom Vater völlig korrekt erworben. So bleibt das Fazit: Ein räuberischer, auf das Grundrecht des Eigentums pfeifender Staat räumt in Gestalt der Staatsanwaltschaft Augsburg einem unbescholtenen Mann die Wohnung aus. Als sie später merkt, dass sie auf dünnem Eis wandelt, sticht sie, so darf man vermuten, die Affäre unter dem Rubrum „Raubkunst“ an FOCUS durch, verletzt also auch die Unschuldsvermutung. FOCUS und andere Medien berichten dann im Sinne der Staatsanwaltschaft, veröffentlichen zudem Fotos vom Wohnort des Beschuldigten. Und am Ende versucht dieser Staat, Gurlitt die Sammlung abzupressen, ihn noch im Krankenhaus auf dem Totenbett zu einer Stiftung zu überreden. Der allerdings schenkt die Werke dem Museum Bern. So sind sie nun für Deutschland verloren.

FOCUS hatte den Fall als „Raubkunstskandal“ tituliert, und das war er tatsächlich, aber in einem völlig anderen Sinn. Der Staat Bundesrepublik hat einen unbescholtenen Mann ausgeraubt, seinen Ruf ruiniert, ihn gebrochen und ins Grab getrieben. Am Ende war die Bundesrepublik der betrogene Betrüger: Mit der Vergabe der Sammlung nach Bern ist dem Land einen Millionenschaden entstanden. Verantwortlich an oberster Stelle: Kunststaatssekretärin Monika Grütters (CDU), der bayrische Innenminister Joachim Hermann, die Augsburger Staatsanwaltschaft, der damalige FOCUS-Chefredakteur Jörg Quoos.

Generalsekretär, innere Pressefreiheit und ‘Nazi-Cup’

Auf Grabsteinen im republikanischen Rom, die an verstorbene Ehefrauen erinnerten, hieß es oft lobend: Domiseda, lanifica. Zu Hause gesessen, Wolle gesponnen. (Danke an CG für den Hinweis)

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Focus meldet, ich sei als Generalsekretär im Gespräch. Viele Telefonate, noch mehr Anfragen von Medien. Standardantwort: Mich hat keiner gefragt, ich werde mich dazu nicht äußern. Zudem müsse jedem klar sein, dass diese Frage fünf Wochen vor der AfD-Vorstandswahl eine Gespensterdebatte sei. Wer sollte über derartige Dinge nachdenken, wenn er nicht weiß, mit wem er im Vorstand zusammenarbeiten wird? Aberwitzig. Auch der Berliner Tagesspiegel bekommt diese Antwort mit dem zweimaligen Hinweis, dass ich mich in der Sache nicht äußere. Am nächsten Tag im Blatt: „Fest äußert sich offen“.

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Freunde beobachten in Berlin den Streit zwischen einem jungen Paar mit Migrationshintergrund. Sie wirft ihm vor, er habe sie betrogen, er sagt ihr ähnlich freundliche Dinge. Großes Gebrülle, Tätlichkeiten sind nicht auszuschließen. Wie soll man reagieren? Zu schlichten versuchen? Das könnte die Wut des Paares auf die Schlichter lenken. Auch weiß man nicht, ob nicht einer bewaffnet ist, ein Messer ziehen könnte. So rufen die Freunde die Polizei – oder versuchen es zumindest. 4, 5 Minuten gehen ins Land, niemand reagiert auf den Notruf. Dann endlich meldet sich die Zentrale, schickt eine Streife. Als die weitere 5 Minuten später eintrifft, hat sich das Pärchen beruhigt. Auf die lange Wartezeit angesprochen, meinen die Polizisten, den Notruf zu wählen sei eigentlich sinnlos, die Zentrale sei chronisch unterbesetzt. Besser, man suche sich die Nummer des örtlichen Reviers. Das könnte deutlich schneller reagieren.

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Zustimmend kommentieren viele Medien die Ablehnung Albrecht Glasers als Bundestagsvizepräsident, häufig verbunden mit dem Hinweis auf die Friedlichkeit der meisten Muslime. Rätselhaft. Tatsächlich liegt der Islam seit 1400 Jahren im Krieg mit der nicht-muslimischen Welt. Über Jahrhunderte wurden Millionen Afrikaner, Europäer, Asiaten und Inder versklavt, gefoltert, kastriert, umgebracht. Auch die Kreuzzüge waren eine Reaktion auf die islamischen Eroberungen, auf die Bedrohung des orthodoxen Christentums in Byzanz und die Unterjochung urchristlicher Länder wie Libanon, Syrien, die Cyreneika. Selbst die USA zahlten noch im 18. Jahrhundert hohe Tribute an die nordafrikanischen Sultane. Erst die Entwicklung weit überlegener Waffen führte zum Ende der muslimischen Eroberungen und zur Einhegung des Islam, neudeutsch ‚Containment’. Nun lässt man die Bestie wieder frei.

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Nichts ist für die Menschen schädlicher als der Gedanke, dass die Ursachen ihrer Notlage nicht in ihnen selbst, sondern in den äußeren Bedingungen lägen. Leo Tolstoi

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Aufregung über eine Kolumne im SPIEGEL von Sibylle Berg, eigentlich eine passable Theaterautorin. Sie verkündet, es sei genug mit „Rechten“ geredet worden, nun sei es Zeit zu handeln. Was sie darunter versteht, macht ihr Lob der Antifa deutlich. Man kann sagen: Berg hat mitgeschossen.

Ähnlich trüb geht es in der taz zu. Dort schreibt Hengameh Yaghoobifarah viele Zeilen Hass über „deutsche Dreckskultur“ und „engherzige, trotzige, bittere und kleinliche“, außerdem „ignorante, geschichtsverdrossene und besserwisserische Kartoffeln“. Ihr Urteil gründet darauf, dass sich manche Deutschen gegen die Islamisierung wehren. Das ist unverzeihlich.

Beide Kolumnen werden von Lesern in den Kommentarspalten scharf kritisiert. Der taz wird Rassismus vorgeworfen, dem SPIEGEL ein Aufruf zur Gewalt. Beides ist richtig. Ähnlich sind sich beide Blätter darin, dass die Mitarbeiter umfangreiche Mitspracherechte haben. Verantwortlich für die Veröffentlichung der beiden Kolumnen sind also nicht nur die Chefredakteure Georg Löwisch (taz) und Klaus Brinkbäumer (SPIEGEL) bzw Barbara Hans (SPON), sondern die Redaktionen insgesamt. Doch auch aus denen scheint kein Protest gekommen zu sein. So desavouieren die beiden linken Blätter selbst das letzte Argument für die „innere Pressefreiheit“, für Einspruchsrechte der Redaktion gegen den Chefredakteur. Auch die „Schwarmintelligenz“ der Redaktion ist kein Damm gegen rassistische oder gewaltverherrlichende Hetzschriften.

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Abendessen bei Freunden im herbstlich-ruhigen Dahlem. Natürlich drehen sich die Gespräche um den Einzug der AfD in den Bundestag, um den Mord an einer Berliner Museumsdirektorin im Tiergarten, um den Verfall der öffentlichen Sicherheit und die persönlichen Folgen. Die Diskussion ist angeregt, der Gastgeber muss mehrfach ordnend eingreifen. Mitten hinein platzen die Kinder, 15 und 17 Jahre alt, gerade zurück von abendlichen Aktivitäten. Die Debatte bricht ab, alle reißen sich zusammen. Darauf der Ältere: „Leute, macht weiter! Endlich ist hier mal was los!“

Bei jenem Essen erzählt eine Ärztin für Allgemeinmedizin von einem neuen Spiel unter Kollegen: „Nazi-Cup“. Wer am häufigsten pro Monat von Patienten mit Vokabeln wie „Nazi“, “Rassist”, „Schlampe“ belegt werde, habe gewonnen. Früher habe sie unter solchen Ausfällen gelitten, nun betrachte sie sie als Punkte zum Sieg.

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Ein Phänomen auf Facebook: Die radikale Sofortfeindschaft. Man wechselt mit nicht näher bekannten ‚Freunden’ Nachrichten über dies oder jenes, stimmt in vielen Fragen überein, aber die Haltung zu, sagen wir, Nordkorea oder Timbuktu sorgt plötzlich für Verwünschungen an der Grenze zum Justiziablen. Drollig.

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Blick in ein amerikanisches Vorlesungsverzeichnis. Erstaunlich viele Kurse sind der Selbstoptimierung gewidmet, von Schreibmaschinenlehrgängen über Gedächtnistechniken, Speed-Reading, Tagesorganisation, Auftreten. Und nicht nur im Bereich Betriebswirtschaftslehre gilt ein großer Vorlesungsblock dem Thema „Leadership“, Führung. Dahinter der richtige Gedanke: Wissen ist sinnlos, wenn es der Wissende nicht erwerben, kategorisieren und anwenden kann – und er seine Mitarbeiter nicht überzeugt. Das Humboldtsche Bildungsideal von Forschung und Lehre hat hier eine Leerstelle.

Eindrücke aus dem Wahlkampf, Anekdoten aus Russland

Für Zwecke des Wahlkampfs ist es Parteien gesetzlich gestattet, Adressen vom Einwohnermeldeamt zu erwerben. So hatte ich 70.000 Haushalte im Wahlkreis Wilmersdorf-Charlottenburg angeschrieben. Einige Empfänger schrieben sehr freundlich zurück, andere weniger. Vor allem die Schreiben der Letzteren geben gewisse Hinweise auf die Psyche, aber auch den Bildungsstand jener Wähler, die der AfD nicht zuneigen. Neben wüsten Beschimpfungen machten sich einige die Mühe, mein Schreiben zu zerreißen, um die Teile dann säuberlich als Collage auf eine größeres Blatt Papier zu kleben – und es mir so zu schicken. Andere stachen auf dem beigelegten Flyer meine Augen aus, viermal erhielt ich größere Umschläge mit den Schnipseln meines Briefes – alle säuberlich frankiert.

Soziologisch interessant auch all jene, die in langen Briefen, wenn auch ohne Kenntnis des Parteiprogramms kundtaten, warum sie die AfD nicht wählen könnten: Weil wir demokratische Wahlen abschaffen, Frauen an den Herd „verbannen“, Homosexuelle einsperren (!) wollten. Welchen Einfluß die AfD selbst jenseits des Atlantiks hat, empörte einen Empfänger: „Sie haben Donald Trump erst möglich gemacht!“

Auch Orthographie und AfD-Kritik scheinen nicht recht zusammenzugehen: „Dep“ las ich häufiger, auch „Trotel“. Mancher verbat sich jeden weiteren Kontakt „unter Androhung rechtlicher Schritte“, verlangte aber gleichzeitig schriftliche Auskunft, wie ich an die Adresse gelangt sein – natürlich „unter Fristsetzung“. Einer schalt mich ein „rassistisches Schwein“, um mit der Feststellung zu enden, die Deutschen hätten ohnehin kein Lebensrecht. Und häufig auch der Typus des ganz kleinen Karos: Leute, die Briefe zurückschickten mit dem Vermerk: „Rückporto zahlt der Hetzer“. Welch ein Aufwand für nichts. Zuweilen eine deutsche Spezialität.

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Deprimierend die Wahlkampf-Besuche an mehreren Berliner Gymnasien. Genereller Eindruck: Das Niveau der angehenden Abiturienten bestenfalls Realschule, auch das mancher Lehrer. Die Schüler überwiegend freundlich, aber schimmerlos, uninformiert, argumentativ schwach. Viele in Auftreten und Kleidung infantil, Sweatshirts mit Mickey-Mäusen und Smileys, nicht selten hingen Stofftiere aus den Schultaschen. Was von der Trivialität der Allerweltsmeinung abweicht, verstört und überfordert. Überhaupt scheint Abweichung nicht erwünscht: Dass sich Schüler auf eine andere Meinung einlassen, sie zumindest einmal zur Kenntnis nehmen und abwägen, passierte so gut wie nie. Alles meinten sie zu wissen, und das selbst auf Gebieten, die üblicherweise ein Studium erfordern. So belehrten mich 17jährige mit großer Entschiedenheit über Rechtsfragen, die selbst im Bundesverfassungsgericht umstritten sind. Eine seltsam arretierte, unrebellische Generation, ohne Zweifel und Fragen, voller Gewißheiten. Ohne Mut, aber hochmütig.

Aufschlußreich die Aussagen von Schülern und Schülerinnen eines Gymnasiums, was sie als positiv oder negativ empfänden. Positiv: „Ehe für alle“, Diversity, Multikulti, Gerechtigkeit, EU, Freundschaften. Negativ: Nationalstaat, Grenzen, Waffen, Militär – und verblüffenderweise ‚Familie’. Das alles ohne Begründung, einfach aus dem Stegreif. 

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In Venezuela herrscht offene Anarchie, geboren aus sozialistischer Politik, die das Land verarmen ließ. Der alte Kalauer, Sozialismus heiße „Trümmer schaffen ohne Waffen“, erfüllt sich auch hier.

Doch wo sind nun all die Jubelperser, die den korrupten Despoten Chavez als „Freund“ bezeichneten, wie beispielsweise Sean Penn, Michael Moore, James Corbyn, Oliver Stone? Keiner äußert sich, alle schauen weg. Die übliche Reaktion von Linken, wenn der Weg ihrer Idole einmal mehr in Blut und Chaos endete.

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Bericht eines Freundes über kulturelle Unterschiede zwischen Russland und Westeuropa. Generell zeigten die Russen eine gewisse Gelassenheit im protokollarischen Umgang. So übernähmen am Moskauer Flughafen Männer auch die Leibesvisitation von Frauen. Computer und Toilettenartikel müssten, wenn im Handgepäck mitgenommen, nicht ausgepackt werden. Als ein Mann eine Flasche Schnaps an Bord schmuggeln will, befehlen ihm die Offiziere, die Flasche zu entleeren. „Aber das ist Jägermeister!“ Die Offiziere schauen sich an, zucken mit den Schultern, winken den Mann durch.

Dunkelhäutige Barbie-Puppen kosten in Moskau nur den halben Preis ihrer hellhäutigen Schwestern. Die Nachfrage ist offensichtlich gering.

Auf der russischen App der Firma Yandex, eines Konkurrenten des Chauffeurdienstes Uber, kann man vorgeben, welche Fahrer man nicht haben möchte: Tschetschenen, Kosaken, Tartaren…

Bei der Einweihung eines Denkmals für Michail Kalashnikov bezeichnet der Laudator den Geehrten als „Mann des Friedens“ – weil, hohoho, Frieden herrsche, wenn das Magazin geleert sei.

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Im ZDF-Dreiteiler „Maximilian“ (Teil 2, ab Minute 44) wandeln die Herzogin von Burgund und ihr Berater bedrückt durch eine Kirche voller Flüchtlinge. Dann folgt dieser staatstragende Dialog eines staatsfernen Senders:

Berater: „Tausende sind geflüchtet. Und täglich kommen mehr. Sie haben nichts. Nur die Hoffnung, dass es hier besser ist.“

Herzogin: „Nächstenliebe zu üben, ist unsere Pflicht.”

Berater: „Aber wer bezahlt das? Die Verpflegung, Kleidung, die Unterkunft?“

Herzogin: „Alle, denen es besser geht.“

Berater: „Eure Untertanen werden unruhig. Die Bürger wollen keine Fremden!“

Dramatische Pause, dann die Herzogin: „Wir schaffen das!“

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Medien, die die AfD „außerhalb des demokratischen Spektrums“ verorten, bewegen sich außerhalb des journalistischen.

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Bei Diskussionen mit Schülern immer wieder zu beobachten: Der Tod fremder Flüchtlingskinder wird empört kommentiert, das ‚Recht’ auf Abtreibung ebenso erregt verteidigt.

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Über die Organisation Abgeordnetenwatch, auch von mir einst unterstützt, können Bürger die Abgeordneten und Kandidaten nach ihren Ansichten befragen. So wurde ich kürzlich um Auskunft gebeten, ob die Zahl der muslimischen Bürger in Deutschland steige, ob die meisten Zuwanderer muslimischen Glaubens seien, ob muslimische Frauen mehr Kinder als nicht-muslimische bekämen, ob das mittelfristig zu einer Veränderung der Bevölkerungsstruktur führe und was ich gegebenenfalls dagegen unternehmen wolle.

Meine Antwort: Sehr geehrter Herr …. , die Fragen 1) – 4) sind statistisch belegt respektive per Hochrechnung zu ermitteln. Auch wenn man nicht allen Thesen Thilo Sarrazins in seinem Buch “Deutschland schafft sich ab” folgen möchte, hat bis heute niemand seine statistischen Grundlagen und Berechnungen bestritten. Zu Frage 5): Dass ich den Islam für eine totalitäre Ideologie halte, die der westlichen Idee von Demokratie, individueller Freiheit, Frauen- und Minderheitenrechten diametral entgegensteht, habe ich schon häufiger gesagt. Bezeichnenderweise gibt es kein islamisches Land, das unseren Vorstellungen von einer “offenen Gesellschaft” entspricht. Wo immer der Islam Verfassung ist, herrschen Einparteien-Systeme, Frauenentrechtung und systematischer Terror gegen Minderheiten, seien es Christen, Juden, Buddhisten oder Homosexuelle. In der “Kairoer Erklärung” haben die führenden muslimischen Rechtsgelehrten und Länder zudem von sich aus die Unvereinbarkeit des Islam mit Demokratie, Gleichberechtigung und Glaubensfreiheit festgestellt. Entsprechend sollte der Westen den Islam so behandeln, wie er sich selbst sieht: Als Feind unserer Werte.

Schon die mir gestellten Fragen mussten wohl mehrfach überarbeitet werden, weil Abgeordnetenwatch sie nicht zulassen wollte. Auch meine Antwort wird moniert und nicht veröffentlicht – sie enthalte islamophobe Äußerungen, schreibt mir eine Mitarbeiterin, sie bitte um mein Verständnis. Was sie damit meint, wo ich falsch liege und welches islamische Land einer ‚offenen Gesellschaft’ entspricht, schreibt sie nicht. Eine Organisation, deren Ziele angeblich Transparenz und Öffentlichkeit sind, verweigert feige und kleinmütig beides.

Dreierlei Verlogenheit: BILD, Kauder, Internationalismus

Über Jahrzehnte weit vorn in Sachen leichtbekleideter Körperlichkeit war BILD. Die Barbusige von Seite 1 gehörte gleichsam zur Marke, und nie wurde das Versprechen von harter Berichterstattung und leichter Unterhaltung eleganter auf den Punkt gebracht als in dem Slogan: „Nackte Tatsachen? Wir bringen beides!“

Der immer wiederkehrenden Kritik begegnete Chefredakteur Diekmann mal mit Spott über derartige Verklemmtheiten in Zeiten des überall verfügbaren Hardcore-Porns, mal mit Verweisen auf die europäische Malerei, in der Nacktheit und bukolische Motive keineswegs frauenfeindlich gedacht waren. Nun allerdings scheint BILD selbst in halbnackter Haut eine Gefahr zu erkennen. So kommentiert die Zeitung das AfD-Plakat „Burkas? Wir steh’n auf Bikinis“ mit den Worten: „Auch dieses Wahlplakat sorgt für Kritik: Denn was will die AfD damit sagen? Etwa, dass Frauen in erster Linie den Männern gefallen sollen – und sich daher am besten möglichst leichtbekleidet präsentieren?“

Das ist eine große, ehrliche Frage von einer Zeitung, die unter der irreführenden Rubrik Erotik jeden Monat das ‚BILD-Girl’ vorstellt. Dort legt man allerdings mehr Wert auf Aussagen: „Anna kommt immer auf dem Bike“ oder „Christina. Ich liebe Sex!“ Was das uns sagen soll, wird hier niemand fragen.

Tatsächlich ist die AfD-Kampagne ein Beispiel, wie anti-sexistisch das Spiel mit dem Sex zuweilen sein kann. Denn erkennbar geht es nicht um Männerfreuden; es geht um Frauenrechte. Es geht darum, die individuelle Freiheit des Westens gegen kollektivistische Kleider- und Denkvorschriften zu verteidigen – auch gegenüber jenen, die unter dem törichten Slogan „Refugees welcome“ Sexismus und Frauenfeindlichkeit die Tore öffneten.

In Wirklichkeit dürfte auch BILD kein Freund der neuen Prüderie sein. Würde die FDP mit dem AfD-Motiv für die Verteidigung der westlichen Freiheiten kämpfen, wäre die Zeitung sicherlich voll des Lobes. Aber im Kampf gegen die AfD kann man schon mal die eigene argumentative Nacktheit übersehen. Parteilichkeit macht keinen guten Journalismus.

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Wenn die Deutsche Wochenschau wiederkommt, wird sie nicht sagen, ich bin die Deutsche Wochenschau. Sie wird sagen: Ich bin das heute journal.

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Viele Bundesländer entlassen zu den Sommerferien ihre Lehrer, um sie zu Beginn der Schulzeit wieder einzustellen. Die schäbige Praxis soll die Verbeamtung verhindern und Kosten sparen. Da die Lehrer zumeist nicht einmal 12 Monate ohne Unterbrechung tätig waren, erhalten sie auch kein Arbeitslosengeld.

Diesem elenden Treiben hat die große Koalition jahrelang tatenlos zugeschaut. Nichts getan hat also jene angeblich sozialdemokratische Partei, die ausgerechnet jetzt die „Zeit für Gerechtigkeit“ ausruft. Und nichts getan hat auch die Union, deren Vorsitzende Merkel trotz Altersarmut, Erwerbsarmut und Kinderarmut nicht müde wird zu behaupten, Deutschland ginge es so gut wie noch nie.

Dass viele Lehrer hiervon ausgenommen sind, hat nun allerdings Volker Kauder (CDU) entdeckt: „Deutschland muss Lehrer endlich fairer behandeln!“ erkennt der mächtige Fraktionsvorsitzende, der in 12 Jahren nie etwas unternahm, um Zeit- und Kettenverträge zu begrenzen – wie es beispielsweise die AfD in ihrem Programm fordert. Ob das so kurz vor der Wahl den Kauderschen Sinneswandel befördert hat?

Zur Arbeit und Bilanz der Altparteien in Sachen Bildung schreibt mir ein Leser:

Ich habe drei Söhne. Seit der Einschulung des ersten vor 18 Jahren habe ich nichts anderes erlebt als Sparmaßnahmen, Schulschließungen, Klassen auseinanderreißen, um neue zu bilden. Alles Sparmaßnahmen, gegen die wir uns – teilweise mit Erfolg – zur Wehr setzten. Anderen ging und geht es genauso, bis hin zur Schließung von Kindergärten. Es gibt in Würzburg kaum noch ein Schulschwimmbad, das funktioniert. Geldmangel! Schwimmunterricht? Entfällt! Jährlich ertrinken in Deutschland über 500 Personen wg. mangelnder Fähigkeit zu Schwimmen. 

Das eigene Volk wird kaputtgespart! Ganz anders bei den Migranten: 15 Schüler pro Klasse und drei Lehrer, damit sie das Abi schaffen. Großes Lob in der örtlichen Presse, dass jetzt das Studium angesagt ist. Vielen Dank! Meine Kinder waren an die 30 Schüler pro Klasse!

Ich denke, diese Regierung ist die Einzige der Welt, die am eigenen Volk spart und dann das Geld an diese Landnehmer rausschmeißt.

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Gelegentlich zu hören: Deutschland entwickele sich zu einer DDR 2.0. Das ist falsch. In der DDR hatten die Mitarbeiter der Stasi zumindest ein schlechtes Gewissen. Deshalb liebten sie die Heimlichkeit. Offen zur Zerstörung der bürgerlichen Existenz ihrer Gegner bekannten sich nur die Nazis.  

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Vor einigen Wochen sorgte die Sentenz ‚Deutschland den Deutschen’ für einige Aufregung. Vor allem linke Medien waren geradezu traumatisiert ob einer derart brutalen Form des Chauvinismus’. Zudem soll die inkriminierte Formel von der NPD stammen.

Nun stellt sich heraus: Es ist noch viel schlimmer! Nicht die NPD ist Urheber der territorialen Besitzformel, sondern Rotfront. Denn ausgerechnet die kommunistische Combo ‚Roter Wedding’, gegründet 1929, forderte im gleichnamigen Lied ‚Deutschland den Deutschen’:

Links, links, links, links! / Der Kampf wird weiter geführt!

Links, links, links, links! / Ein Lump, wer kapituliert!

Wir tragen die Wahrheit von Haus zu Haus / Und jagen die Lüge zum Schornstein hinaus

Wie Karl Marx es und Lenin gelehrt! / Und schlug auch der Feind unsere Besten tot,

Der Wedding kommt wieder, Berlin bleibt rot, / Damit Deutschland den Deutschen gehört!

Natürlich, muss man anfügen, irrten die Kommunisten auch hier. Deutschland gehört nicht den Deutschen, sondern den Arabern, Irakern oder Afrikanern. Dann auch den Türken, die Deutschland, so Siegmar Gabriel, nach dem Krieg aufgebaut haben. Und zuletzt, wie beim G20-Gipfel in Hamburg zu sehen, gehört Deutschland den internationalen Anarchisten und Gewalttätern, mit freundlicher Billigung von Innenminister de Maizière, Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und den Medien. Den Deutschen ohne Migrationshintergrund gehört Deutschland jedenfalls nicht, so wenig wie den Juden Judäa. Auch das verbindet diese beiden Völker.

Auf YouTube findet sich eine Aufnahme von Roter Wedding’, intoniert von Ernst Busch, einem der Stars des Arbeiter- und Propagandaliedguts.

Noch dazu: Wann die Zeile „Damit Deutschland den Deutschen gehört“ in das Lied eingefügt wurde, ist umstritten. Ob das schon 1929 der Fall war, sich der Vers gegen die französische Besetzung des Rheinlands oder die Annexion von Elsaß-Lothringen wandte, ist unklar. Linke Kommentatoren bestreiten diesen Zusammenhang. Ihnen zufolge sei die Zeile erst Mitte der 1960er Jahre hinzugekommen. In jedem Fall habe sie nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, sondern sei lediglich die Reaktion auf den Einfluß der Russen in Ost- und der Amerikaner in Westdeutschland.

Warum das nicht fremdenfeindlich sein soll, bleibt allerdings schleierhaft. Immerhin sind Amerikaner wie Russen staatsbürgerlich und rechtlich Fremde. Und in beiden Fällen ging es um einen als fremd empfundenen Einfluß von Ausländern. Doch muss aus Sicht des Zeitgeistes links immer internationalistisch sein und gewesen sein, nie national oder gar xenophob. Dass beides oft gut zusammenging und Fremdenfeindlichkeit in vielen Ländern des Ostblocks alltäglich war, wird verdrängt. Die Vertreter des Nationalbolschewismus’ würden schallend lachen.  

Lorenz Maroldt, Volker Beck und der häßliche Deutsche

Beobachtung aus dem Wahlkampf: Der hässliche Deutsche ist fast immer der linke.

Das spiegelt sich auch in den Kommentaren auf Facebook. Von Personen, die Sympathien für mich oder die AfD erkennen lassen, kommen zuweilen rüpelhafte, derbe, schotige Anmerkungen; aber das Oberlehrerhafte, die kleinbürgerliche Freude am Zurechtweisen und Sich-Erheben, fehlt dort völlig. Das findet sich nur auf Seiten der Linken. Von ihnen wissen viele, wie mein Vater und Großvater über mein politisches Engagement gedacht hätten; andere bezweifeln irgendwelche Notate und verlangen die Angabe der Quelle, um dann, kommt man der im Befehlston ergangenen Aufforderung freundlich nach, die Vertrauenswürdigkeit der NZZ, des Economist oder von Polizeimeldungen anzuzweifeln. Und beliebt ist auch der Gestus der altväterlichen Herablassung, nicht selten von Leuten, die eher meine Kinder sein könnten: Mein Sohn, das sollten Sie sich noch einmal überlegen…

Aber noch eine Sache unterscheidet links und rechts: Entschuldigungen kommen nur von letzteren. Selbst bei offenkundigen Fehlern ihrerseits agieren Linke wie immunisiert, Worte des Bedauern scheinen in ihrem Repertoire des zivilen Umgangs zu fehlen. Statt dessen immer nur Rechthaberei und ödeste Beharrung.

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Vor über vier Monaten erstattete Volker Beck von den GRÜNEN Strafanzeige gegen mich wegen eines Eintrags in diesem Blog – und der Berliner Tagesspiegel, nie um eine Dummheit verlegen, sorgte tatsächlich für Berichterstattung. Wie die zu werten ist, schrieb ich hier. Bis heute habe ich nichts von der Staatsanwaltschaft gehört, vermutlich wurde das Verfahren eingestellt. In jedem Fall hätte der Tagesspiegel längst nachfassen und berichten müssen. Doch Selbstverständlichkeiten des journalistischen Anstands waren noch nie die starke Seite des Tagesspiegel und seines Chefredakteurs Lorenz Maroldt – so musste ich ihn heute dazu auffordern.

Sehr geehrter Herr Maroldt,

im März berichtete der Tagesspiegel über zwei Strafanzeigen, die Volker Beck und eine bedeutungslose Abgeordnete der Berliner Grünen gegen mich erstatteten. Anlaß war mein Hinweis, wonach das bekannte Wort von Max Frisch, wir hätten Gastarbeiter gerufen, aber Menschen bekommen, auch um eine weniger optimistische Variante ergänzt werden müsste: Dass wir nämlich, der Alltag zeige das ebenso wie der Hang vieler Deutschtürken zu antidemokratischen Führern, auch Leute ins Land geholt hätten, die freiheitlichen Werten wie zivilen Anstandsregeln feindlich gegenüberstünden, vulgo: Gesindel.

Die Berliner Staatsanwaltschaft scheint meine ironische Ergänzung als nicht strafwürdig zu betrachten; zumindest habe ich bis heute nichts von ihr gehört. Daher sollten Sie, wenn Sie schon über PR-Gags in Form aussichtsloser Strafanzeigen berichten, Ihre Leser auch über den Ausgang informieren. Anderenfalls müssten diese Leser annehmen, der Tagesspiegel betreibe nicht Journalismus, sondern Denunziation.

In diesem Zusammenhang noch Folgendes: Herr Beck hat einst im Sammelband „Der pädosexuelle Komplex“ für die Freigabe von Sex mit Kindern plädiert, seine Urheberschaft später bestritten. Als die Urschrift auftauchte, zog er bis vor den Bundesgerichtshof, um eine unabhängige Veröffentlichung zu verhindern. Heute gilt als erwiesen, dass alle Passagen zur ‚Entkriminalisierung’ von Sex mit Kindern entgegen seinen Beteuerungen direkt von ihm selbst stammen.

Im März 2016, zehn Tage vor der Wahl in Baden-Württemberg, aus der Winfried Kretschmann als Sieger hervorging, wurde Herr Beck vor der Wohnung eines Dealers am Nollendorfplatz mit Chrystal Meth erwischt, einer harten Droge. Die Gegend soll der Wohnort von Herrn Beck sein, ist aber auch bekannt als Straßenstrich minderjähriger Homosexueller. Obwohl Herr Beck im strafrechtlichen Sinn nur eine ‚geringe Menge’ der Droge bei sich führte und nicht vorbestraft war, trat er sofort von allen Parteiämtern zurück und ließ sich wochenlang krankschreiben. Eine geradezu panische Reaktion, die kaum plausibel scheint.

Ganz abstrakt gesprochen und ohne Bezug zu Herrn Beck sind Drogen auch ein Mittel, um abhängige minderjährige Prostituierte zu bezahlen. In solchen Fällen geht es nicht um Eigenkonsum, sondern um ein massives kriminelles Delikt, nämlich um Dealerei zum Zwecke des sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger. Und ebenfalls völlig abstrakt lässt sich sagen, dass eine solche Debatte zehn Tage vor einer Wahl, bei der ein Parteifreund gute Aussichten auf den Sieg hat, den Chancen nicht unbedingt förderlich ist.

Mit Blick auf Herrn Beck stellt sich in jedem Fall die Frage, ob harter Drogen­konsum oder sein Plädoyer für Päderastie oder seine nachfolgenden Lügen ihn in Ihren Augen zu einem besonderen Gewährs­mann der öffentlichen Ordnung machen. Dass Herr Beck die Staatsanwaltschaft gern für seine Zwecke einspannt und schon mehrfach ergebnislose Anzeigen erstattet hat, sollten Sie ebenfalls berücksichtigen. Ist Volker Beck ein Mann Ihres Vertrauens, Herr Maroldt?

Ihrer Antwort wie auch Berichterstattung sehe ich mit Freuden entgegen!

Mit freundlichem Gruß

Dr. Nicolaus Fest

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Mantra aller EU-Befürworter: Für die großen Probleme kann es nur einheitlich europäische Lösungen geben. Nur die Atompolitik ist davon ausgenommen.

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„Junge Frau, was hatten die Muslime, als die Christen zum Kreuzzug rüsteten, Ihrer Ansicht nach im jüdisch-christlichen Jerusalem zu schaffen?“ Antwort der Lehrerin, die kaum AfD wählen wird: „Wieso, die waren doch schon vor den Juden da.“

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Beim Gang durch Ausstellungen: Wie seit Jahrzehnten triumphiert die Kunst der ‚Ehrlichkeit’, die so verlogene wie brutalistische Anti-Ästhetik: Immer der gleiche Müllhaufen-Charme, eklige Sujets und Art brut. Auf den Gedanken, die Schönheit zum Ziel seines Schaffens zu machen, kommt kaum ein Künstler. Vermutlich aus Furcht: Nichts ist schwieriger, zudem liegt der Vorwurf des Kitsches, der gesellschaftspolitischen Irrelevanz und Weltfremdheit nie fern. Aber haben sich früher die Künstler darum geschert? Bei vielen finden sich Anmut und Schrecken zu gleichen Teilen in ihren Werken; sie waren, bei aller Abhängigkeit, freier und mutiger. Heute ist Ästhetik nur noch im Reich des Banalen zuhause: Bei Konsumgegenständen, vor allem bei Autos und Computern. Der so anrührende wie richtige Gedanke, den Menschen durch Vollkommenheit zu betören und zu bessern, hat heute nur im Design eine Heimat.

 

Populismus und Establishment

Wenn der Islam, trotz aller Verpflichtungen zum totalen Krieg, eine Religion des Friedens ist: Ist dann auch Goebbels Sportpalastrede ein Schrei nach Liebe?

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Ein Blick auf journalistische Qualität, auf die Denunziationsrituale der FAZ und die Leistungen des Establishments. Nach der begründungsfreien Verleumdung der AfD als „völkische Partei“ durch Volker Zastrow legte letzte Woche der Politikwissenschaftler Jürgen Falter nach: „Wie viel NSDAP steckt in der AfD“? Dass man die gleiche Frage mit mehr Recht der pluralitätsfeindlichen, jeder antisemitischen Äußerung geneigten SPD stellen könnte oder der Partei der 12-minütigen Ergebenheitsadressen, bleibt unerwähnt. Schon daran zeigt sich die Absicht.  

Und auch an der Qualität des Textes. So spricht Falter von einer „zumindest anfänglich demokratisch orientierten Rechtsaußenpartei“, ohne zu erläutern, warum die AfD nun nicht mehr demokratisch orientiert sein sollte. Auch das Etikett „rechtspopulistisch“ wird angeklebt, auch dies ohne Begründung. Immerhin gibt es eine finale Erkenntnis: „Berlin ist nicht Weimar“. Wer dieses Ergebnis nach sechs Seiten als wenig originell empfindet, wird auch kaum durch den Befund getröstet, dass Mobilisierungspotentiale immer dort lägen, „wo nationale und soziale Motive zusammenkommen“. Das hatte Friedrich Naumann schon vor rund 100 Jahren erkannt.

Aber um Erkenntnis geht es auch gar nicht. Ziel war und ist allein, NSDAP und AfD in einer Titelzeile zu vereinen. Schon wenige Tage zuvor hatte Justus Bender mit der Frage: Sind alle AfD-Mitglieder wirklich Nazis?“ diese Form der Oberzeilen-Denunziation gewählt. Bereits der Rückgriff auf die Form der elterlichen Ermahnung aus Kindheitstagen, ob man „wirklich“ dies oder jenes angestellt habe, zeigt die drohend-erzieherische Absicht. Zwar verneinte Bender umgehend den Naziverdacht, denn nicht einmal die FAZ kann sich bisher dazu versteigen; aber für den Vorwurf des Rechtspopulismus reichte es dann doch – und den würde das AfD-Programm „in Reinform“ zeigen.

Bender beruft sich dabei auf eine Definition von Jan-Werner Müller, Professor in Princeton, wonach von ‚Populismus’ nur bei solchen Bewegungen die Rede sein könne, bei denen sich die Abneigung gegenüber dem Establishment mit dem Anspruch verbinde, allein für das Volk zu sprechen. Also nicht „Wir sind das Volk“, sondern „Nur wir sind das Volk“. Zudem muss nach Müller noch eine dritte Voraussetzung erfüllt sein, nämlich eine anti-pluralistische, anderen Meinungen feindliche Tendenz. Da die AfD gerade als Antwort auf die anti-pluralistische ‚Alternativlosigkeit’ der Merkelschen Politik gegründet wurde, kommt diese Voraussetzung Bender offenkundig ungelegen – weshalb er sie unterschlägt. Doch auch für den Alleinvertretungsanspruch fehlt jeder Beweis, zumal die Protagonisten der Partei kaum Idealbesetzungen für die Rolle des Volkstribuns geben. „Nur wir sind das Volk“ wäre aus dem Mund der Herren Gauland und Meuthen so wenig glaubwürdig wie als Slogan von Alice Weidel, Beatrix von Storch oder Frauke Petry. Von einer ‚populistischen’ Partei kann mit Blick auf die AfD, folgt man der Definition von Müller, keine Rede sein.

Richtig ist: Die AfD ist keine Stütze des Establishments. Das sind neue Parteien nie, auch die GRÜNEN oder die Piraten kämpften dezidiert gegen Fehlentwicklungen, für die sie die Eliten verantwortlich sahen. Genau das war Anlaß ihrer Gründung: Wer mit der Arbeit der Parteien zufrieden ist, wird keine neue ins Leben rufen. Zudem sollte Kritik am Establishment nicht einmal FAZ-Journalisten fremd sein; auch bei ihrer Arbeit geht es zumindest theoretisch darum, den Mächtigen auf die Finger zu gucken.

Tut man dies, ist die Bilanz des deutschen Establishments in den letzten Jahren wie folgt: Landes- und andere Banker brachten mit Finanzinstrumente, die sie selbst nicht durchschauten, ihre Häuser, die Finanzwirtschaft und die Ersparnisse Hunderttausender in große Gefahr – um sich dann vom Steuerzahler salvieren zu lassen. Ebenfalls in schwere Finanz-, dazu noch in moralisch sehr viel deprimierendere Skandale verwickelt war die katholische Kirche. Das partielle Staatsunternehmen VW wollte es nicht bei bloßer Betriebsratsbestechung unter Peter Hartz belassen, sondern schädigte einen Großteil seiner Kunden mit betrügerischer Software; Nuttensausen waren in Wolfsburg so beliebt wie bei der Ergo-Versicherung. Teile der Ärzteschaft wirkten kollusiv mit der Pharmaindustrie zulasten von Krankenkassen und Beitragszahlern. Im Cum-Ex-Skandal schädigten Banker, Anwälte und Vermögensberater unter tätigem Wegschauen der Politik den Steuerzahler um 32 Milliarden Euro. Ähnlich massiv optimieren die Amigos der grün-roten Ökoenergie ihre privaten Finanzen: 35 Milliarden lassen sie sich jährlich vom Verbraucher überweisen, auch wenn sie nur für 1,5 Milliarden Strom produzieren. Wie man die Umlenkung staatlicher Gelder in eigene Taschen perfektioniert, zeigte gerade Frank Asbeck, Chef der Pleitefirma Solarworld und über Jahre Liebling der Öko-Szene. Seit dem Wechsel der beiden Sozialdemokraten Tacke und Müller in den Vorstand von ihnen begünstigter Konzerne gehört auch diese Art der nachgeholten Korruption zu den unhinterfragten Selbstverständlichkeiten des Politikbetriebes. Dass der CDU-Kanzleramtsminister Roland Pofalla mit einem Posten beim Staatsunternehmen Bundesbahn versorgt wurde, ist inzwischen so selbstverständlich wie die Ernennung des Merkel-Vertrauten Ulrich Wilhelm zum Intendanten des bayrischen Rundfunks. Auch für eine weitere Merkel-Liebe ist gesorgt: Entgegen allen beamtenrechtlichen Voraussetzungen wurde die Dissertationsbetrügerin Annette Schavan zur Botschafterin am Heiligen Stuhl ernannt. Früher hätte diese Form des offenen Nepotismus Rücktrittsforderungen nach sich gezogen; doch wer eine Schwesterpartei an seiner Seite weiß, die neue Maßstäbe in der Familienversorgung auf Staatskosten setzt, kann rechtliche wie moralische Grenzen leichthin überschreiten.

Man könnte ewig fortfahren: Die finanziellen Desaster um den Flughafen BER, Nürburgring, Elbphilharmonie, ENBW oder Stuttgart 21 fallen ebenso in die Verantwortung des Establishments wie die oft verhängnisvolle Privatisierung kommunaler Versorgungsbetriebe. Immer haftete die Allgemeinheit, immer blieb das Versagen für die Verantwortlichen ohne Konsequenzen. Auch die Namen Zumwinkel, Hoeness und Theo Sommer, in anderen Zusammenhängen Sebastian Edathy, Jörg Tauss, Volker Beck oder Michael Hartmann stehen nicht für vertrauensbildende Maßnahmen in die charakterliche Güte der oberen Zehntausend. Und so auch im Journalismus. Dem Eingeständnis des ZEIT-Chefredakteurs Giovanni di Lorenzo, die deutschen Medien hätten in der so genannten „Flüchtlingskrise“ irreführend und unvollständig berichtet, folgte – nichts. Verantwortung als eitler Smalltalk: Drei Sätze der Zerknirschung, dann schnell zur nächsten Selbstbefeierung durch Nannen- oder Theodor-Wolff-Preis. Dass diese Art des journalistischen Versagens mehr ist als nur ein paar geschluderte Zeilen, dass die systematische Hinters-Licht-Führung der Leser auch schwere verfassungsrechtliche Fragen aufwirft, bleibt so ausgeblendet wie die schäbigste Form journalistischen Verrats.

Auch sie findet sich bei der FAZ. Deren Mitarbeiter Daniel Deckers saß in der Kommission, die Staatssekretärin Özoguz beriet. So funktioniert der Journalismus des Establishments: Man arbeitet gleich selbst bei der Regierung mit. Für die FAZ und ihren Umsatz mit Anzeigen der Bundesregierung mag das von Vorteil sein; für die Allgemeinheit ist diese Abhängigkeit so nachteilig wie jede Korruption.

Die Bilanz der bundesdeutschen Eliten ist desaströs. Und so ist ‚Establishment’ keine soziale Kategorie mehr, sondern eine moralische: Die der Verkommenheit. Auch diese Erkenntnis hat wesentlich zur Gründung der AfD geführt. Denn zum Niedergang dieses Landes trägt nicht nur die angeblich alternativlose Politik der Kanzlerin bei, sondern viel mehr noch das kollusive Zusammenwirken von Wirtschaft, Justiz, Journalismus und Politik.

Der Bürger spürt, dass der Fisch vom Kopf her stinkt. Und der Fisch weiß, dass der Bürger es spürt. Weil die AfD diesem Gespür Ausdruck verleiht, schlägt ihr der Hass entgegen.

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Den Tod Helmut Kohls kommentiert die taz mit einem Bild des blumenbedeckten Sarges und der Schlagzeile „Blühende Landschaften“. Das ist nicht nur eine Geschmacklosigkeit. Vielmehr zeigt sich im wenig originellen, nun schon seit Jahrzehnten totgerittenen Spott die Wirklichkeitsverweigerung der Linken. Denn tatsächlich sind viele Städte im Osten vergleichsweise in Ordnung, vom oft vorbildlichen Zustand der Straßen nicht zu sprechen. Wüsteneien sind die Landschaften hingegen dort, wo Linke ihre Ideologien des Multikulti umsetzten: Duisburg-Marxloh, Köln-Chorweiler, Bremen-Grohner Düne, Hamburg-Wilhelmsburg, in Berlin Wedding und Neukölln. Alle verkommen, dreckig, verdorrt unter linker Pflege. Nicht bunt, sondern grau. Interessant die Frage, wo die Ostländer ständen, hätten Lafontaine und die SPD die Wahl 1990 gewonnen.  

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Während der morgendlichen Rasur im Radio der Satz, Ariana Grande und andere Musiker hätten mit ihren Gedenkkonzert in Manchester ein ‚Zeichen gegen den Terror’ gesetzt. Soweit ist es nun: Jede Formen des Weiterlebens als Ausdruck von Widerstand. Dann ist auch Rasieren ein Aufbegehren, und noch anderes. Geht es nach dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, kann man nicht nur auf, sondern auch gegen den Terrorismus sch…

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1845 zog Henry David Thoreau in eine Hütte am See ‚Walden’ und schrieb die gleichnamige, immer noch gültige Hymne auf den totalen Rückzug ins Ländliche, Private, in die Einsamkeit. Sein Modell nahm das aller grünen Reformer vorweg: Drei Kilometer entfernt wohnte seine Mutter, die für ihn wusch und kochte.