Der Maulwurf als Giraffe – und anderer öffentlich-rechtlicher Schwachsinn

Kürzlich nahm ich in Dresden teil an einer Podiumsdiskussion zwischen Vertretern der AfD und dem Chefredakteur des ZDF, Peter Frey, sowie dem von ARD-aktuell, Kai Gniffke. Es ging um die Qualität der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung. Eine wirkliche Annäherung fand nicht statt, dazu war die Wahrnehmung zu unterschiedlich: Die Chefredakteure hielten die Arbeit ihrer Redakteure für gut bis sehr gut, der Publizist Michael Klonovsky, große Teile des Publikums und ich waren anderer Ansicht. Doch fielen einige bemerkenswerte Sätze. So meinte Kai Gniffke, verantwortlich für Tagesschau und Tagesthemen: “Ausgewogenheit gehört bei der ARD zum journalistischen Grundprinzip.”

Wie diese Ausgewogenheit aussieht, konnte man letzten Donnerstag im Morgenmagazin der ARD erleben. Maximilian Krah, Vize der AfD in Sachsen, hatte in einer Kolumne behauptet, im Jahr 2018 seien in Chemnitz bisher 60 Frauen vergewaltigt worden, davon die meisten durch Ausländer. Da für das aktuelle Jahr noch keine Polizeistatistik vorliegt, waren die Zahlen nicht verifizierbar; ob sie falsch sind, sei dahingestellt. Zumindest stellte die Chemnitzer Freie Presse im Juni fest, dass “nahezu jeden Tag die Polizei eine sexuell motivierte Straftat melde”.

Auf Befragung durch das Morgenmagazin räumte Krah seinen Fehler ein, wies aber darauf hin, dass seine These, wonach mit den ‘Flüchtlingen’ die Zahl der sexuellen Straftaten gegen Frauen drastisch gestiegen sei, sich ebenso auf die vorliegenden Zahlen von 2017 stützen lasse. Hierzu hatte er dem Fernsehteam die polizeilichen Daten für 2017 übergeben. Sie dokumentieren einen Anstieg der Vergewaltigungen in Chemnitz seit Öffnung der Grenzen im Jahr 2015 von 4 auf 50, also um über 1200 Prozent.

Diese Fakten wurden vom Morgenmagazin unterschlagen. Kein Wort zu den signifikant gestiegenen Sexualstraftaten, kein Wort dazu, dass die These Krahs in diesem Licht eben doch viel für sich hat. Statt dessen interviewte Patricia Klieme die Vertreterinnen zweier Opferhilfe-Vereinen, die sich bemühten abzuwiegeln. Laut ihrer Websites werden beide Vereine direkt von der sächsischen CDU/SPD-Regierung, vom Landratsamt Erzgebirge oder von der Stadt Chemnitz finanziert und hängen mithin vom Wohlwollen jener Politiker ab, die Grenzöffnung und Kontrollverlust unmittelbar zu verantworten haben. Derartige Gewährsfrauen betrachtet die ARD vermutlich als seriös. Noch einmal: “Ausgewogenheit gehört bei der ARD zum journalistischen Grundprinzip.”

Nachtrag: Wildwasser Chemnitz, einer der befragten Vereine, verlinkt auf seiner Seite auf eben jenen von Maximilian Krah und auch oben zitierten Artikel der Chemnitzer Freien Presse vom 1. Juni 2018. Wenn das alles falsch ist, wundert man sich über die Verlinkung und so viel Alarmismus. Denkbar ist jedoch, dass die ARD-Frau Klieme auch aus den Gesprächen mit den Vertreterinnen der Opferhilfe nur solche Sequenzen verwendete, welche die tatsächliche Bedrohungslage contra-faktisch herunterspielen. Ganz im Sinne öffentlich-rechtlicher Ausgewogenheit.

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Wenn der Global Compact on Migration, wie von der Regierung behauptet, nur unverbindliche Lirum-Larum-Regeln enthält – ist dann die Reise Merkels und der deutschen Delegation in Wirklichkeit ein Spaßtrip und Veruntreuung von Steuergeldern?

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Jede Sprache dient der Verständigung. Letztlich geht es um Wahrheit: Was ist und was ist nicht? Diese Verständigung ist nur möglich, wenn hinsichtlich der Begriffe Einigkeit besteht. Natürlich kann man rot auch blau nennen, Vater Mutter oder Terror Demokratie. Aber dann ist Verständigung ausgeschlossen. Wenn die Begriffe keine Wahrheit haben, endet jede Debatte.

Für die begriffliche Wahrheit ist bei Gegenständen der Phänotyp entscheidend. Ein Maulwurf bleibt ein Maulwurf, auch wenn er selbst vielleicht lieber Giraffe wäre. Das Äußere stellt den Maßstab.

Nur Genderisten bestreiten das, gegen das eigene Vermögen. Wer sie bittet, kurz und verständlich die Unterschiede zwischen den angeblich klar zu trennenden Geschlechtern binär, divers, two-spirit und cis zu benennen, zwischen Unterstrich-weiblich und Sternchen-weiblich, erlebt größte Verlegenheiten. Es käme auf den Willen des Betroffenen an, heißt es. Klar: Dann ist der Maulwurf doch Giraffe.

Was sich als Rücksichtnahme auf individuelle Befindlichkeiten tarnt, ist in Wahrheit ein Kampf um parasitäre Besserstellung. Giraffen beispielsweise sind in Deutschland eine Minderheit. Daher werde sie versorgt, gestriegelt, bekommen ausreichend Futter. Maulwürfe bekommen das nicht. Ihr Leben ist unversorgt, nicht selten sogar bedroht.  

Daher ist es einträglich, Giraffe zu sein. Das ist der ganze Sinn von Gender. Es geht um Zuwendungen, es geht darum, andere für sich arbeiten zu lassen. Wer nicht hetero ist, sondern genderfluid, demigirl, nicht-binär, maverick oder xeno, soll Anspruch auf Förderung haben. Wie bei der Giraffe geht es um Futter und Unterhalt. Und es geht um Macht. Es geht um die Macht, das eigene Klientel auf Kosten anderer versorgen zu lassen, indem man deren Bedürftigkeit gegen jede Wahrheit definiert. Lüge zur Vorteilsgewinnung. Nichts anderes ist Gender.

Das sieht Andrej Reisin, ‘Faktenfinder’ oder Faktenerfinder beim NDR, anders. Er schrieb kürzlich: “Wer gegen Gender ist, ist rechts. Es gibt keinen biologischen Determinismus, der aus dem Vorhandensein bestimmter Organe und Hormonspiegel automatisch ableitet, welche Eigenschaften und Fähigkeiten ein Mensch hat.”

Schon mit Blick auf genetische oder hormonelle Erkrankungen ist das grober Unfug. Aus dem Down-Syndrom lassen sich eben durchaus Schlüsse auf das intellektuelle Potential des Betroffenen ziehen. Richtig ist lediglich, dass auch Menschen ohne Down-Syndrom dem Schwachsinn nahe sein können. Ein Zeichen dafür ist üblicherweise das Bestreiten phänotypischer Merkmale. Wer sich selbst entgegen seinem Erscheinungsbild für Napoleon, Jesus oder Dschingis Khan hält, ist ein Fall für die geschlossene Abteilung. Dass der NDR sich jener annähert, werden angesichts der Äußerung von Herrn Reisin oder mit Blick auf die Realitätsverdrängung in Tagesschau, Morgenmagazin oder Panorama immer weniger bestreiten.

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Ein junger Jude kommt zum Rabbi: “Rabbi, was muss ich tun, um unsterblich zu werden?” “Nun, heirate!” “Macht mich das denn unsterblich?” “Nein, aber es nimmt Dir den Wunsch.”  (mit Dank an CG)

Fischköppe, Fischfilets

Twitter-Perle: “Und der Haifisch, der hat Zähne / und die trägt er im Gesicht! / Und der Flüchtling hat ein Messer / doch der Staatsfunk sieht es nicht!” (Dank an MS)

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Für den 3. September notiert: Punk ist tot! Er war schon lange leere Geste, keine wirkliche Verweigerung, sondern nur die aufgesetzte Selbsthypnose der Wohlstandsverwahrlosten. Mit dem Konzert in Chemnitz, beworben von dem SPD-Funktionär Frank-Walter Fischfilet, ist Punk endgültig in Staatsdienste getreten. Klarer kann er seine Wurzeln nicht verraten. Immerhin: Nicht alles, was Angela Merkel mit ihrer Politik zerstört, gibt Grund zur Trauer.

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Unverändert eine grobe Ungerechtigkeit gegenüber dem weiblichen Geschlecht: Roland Freisler ist immer noch bekannter als Hilde Benjamin.

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Wer nie bei links-grünen Anwälten, Professoren, Lehrern zu Gast war und dort über Benjamin Netanjahu, das neue Nationalitätengesetz oder die ‘jüdische Kontrolle der Medien’ hat sprechen hören, weiß nicht, was willige Vollstrecker sind. 

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Hamburg behauptete über viele Jahre, im Vergleich mit Berlin die feinere, stilvollere, besser angezogene Stadt zu sein. Das scheint, zumindest mit Blick auf die Männer, vorbei. Selbst in gut situierten Kreisen herrscht bei einigen eine Ungezwungenheit in Fragen von Umgang und Kleidung, die man eher in Neukölln und Wedding verorten würde. Immer noch, trotz der Adaption durch Halbwelt- und Sonnenstudio-Szene, ist ‘Proling’ der angesagte Kleiderstil, also kunstvoll beschädigte oder abgewetzte Jeans, die irgendwie suggerieren sollen, ihr Träger gehöre zur Schicht der Arbeiter und verfüge über handwerkliche Fähigkeiten jenseits der Erinnerung an den Sechskant von Ikea. Dazu trägt der Als-ob-Malocher auch im fortgeschrittenen Alter ein schlichtes T-Shirt, das nach nichts aussieht und aussehen soll, aber 120.- Euro kostet. Beide Textilien sind eng geschnitten, was die sich abzeichnende Wampe betont, gleichzeitig aber, wie auch der Verzicht auf Rasur, die Authentizität des Proleten-Theaters erhöht. An den Füßen Chucks, womit die Garderobe der Väter auch beim Schuhwerk der ihrer Söhne gleicht. Wird es am Abend kühl, werden Kapuzenpullover (‘Hoodies’) übergezogen, als sei man im Fitnessstudio, nicht Gast einer Einladung. Die fast durchgehend gut gekleideten Frauen scheinen sich an der Kostümierung ihrer Männer nicht zu stören. Manche spottet zwar über den Rückfall ihres Gemahls ins Studentische, doch erscheint diese Art der Midlife-Crisis den meisten als deren erträglichste Form. Außerdem genießen sie den Kontrast. Denn nichts weist deutlicher auf das wahre Alter als die Betonung einer nicht gegebenen Jugendlichkeit. Nur gefärbte Haare und ein Goldkettchen fehlen noch zum Sugardaddy. Im Büro tragen all diese Leute ausschließlich Anzug.

Und noch eine Mentalitätsverschiebung ist bemerkbar. Nur noch wenige Hamburger zeigen in politischen Fragen die früher so angenehme Gelassenheit der Hanseaten. Statt dessen meinen nicht wenige, dass ein wunderbar lauer Sommerabend danach rufe, Debatten über das “schwachsinnige Parteiprogramm” der AfD zu starten. Das ist nicht ohne Komik. Während draußen die Phalanx der großen Geländewagen steht und die Frauen über den gerade beendeten Familienurlaub in den USA, in Frankreich oder auf Sardinien sprechen, erklingt im Garten das Lamento, die AfD “leugne den Klimawandel”. Andere, deren Berufsweg ausschließlich der Optimierung des persönlichen Vermögens galt, die noch nie freiwillig etwas für dieses Land getan, geschweige denn Abende und Wochenenden irgendeiner Parteiarbeit gewidmet haben, belehren darüber, wie Demokratie funktioniere. Oder sie halten, selbst Banker oder IT-Berater, eine AfD-Mitgliedschaft für “unter meinem Niveau”. Einer kritisiert diesen Blog, den er schon lange nicht mehr lese, ginge es doch “immer um dieselben 4 oder 5 Themen”. Der Hinweis, die meisten Werke, seien es Ilias, Prinz von Homburg, Buddenbrooks oder die kleine Raupe Nimmersatt, kreisten sogar nur um ein Thema, greift irgendwie nicht durch; vermutlich waren drei der Werke dem Kritiker unbekannt. Eine hübsche Mutter möchte keinesfalls “zurück an den Herd”. Dass die AfD dies nirgends fordert, verhallt ungehört. Zuvor klagte dieselbe Frau wortreich über die – finanziell keineswegs notwendige – Doppelbelastung durch Kinder und Beruf.

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GenderStudies sind keine neue Erfindung. Schon die alten Griechen kannten Versuche, das Geschlecht zu konstruieren. So steckt die Meerjungfrau Thetis ihren kleinen Sohn Achill in Mädchenkleider und lässt ihn zusammen mit den Töchtern des Lykomedes erziehen. Die Verweiblichung soll das Orakel überlisten, wonach Achill zwar ein Held, jedoch im Trojanischen Krieg sterben werde. Doch die Griechen brauchen Achill, denn ohne ihn, auch das eine Prophezeiung, werden sie den Krieg nicht gewinnen. So schicken sie, als einige Jahre später der Krieg unausweichlich wird, den listigen Odysseus auf die Suche, der als Kaufmann verkleidet den Töchtern des Lykomedes Gastgeschenke überreicht: Schmuck, Haute Couture, aber auch einen Speer und Schild. Als einzige der ‘Töchter’ greift Achill sofort voller Freude zu den Waffen… (mit Dank an CG)

Verbrannte Schmetterlinge, geschächtete Debatten

Was heute Tinder ist, waren früher Bücher. In Cafes, in der Bahn oder im Park traf man auf Leserinnen, und die Bücher eröffneten das Gespräch, waren Versprechen oder Warnung: Koeppen tranig, Beauvoir anstrengend, Fromm verlabert-esoterisch. “Ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen” bedeutete: Finger weg! Mädchen, die J.K.Toole oder Dylan Thomas lasen, waren weit vorn. Heute starrt jede auf ihr Handy.

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1965 sorgte der Regisseur Peter Brook mit der Inszenierung von ‘US’ am Londoner Aldwych-Theater für einen großen Moment in der Geschichte der Bühnenkunst – und für einen Skandal. Als Sinnbild für die Bombardierung der vietnamesischen Zivilbevölkerung mit Napalm verbrannte einer der Schauspieler auf der Bühne einen lebenden Schmetterling. Die Empörung war immens: Zuschauer verließen weinend den Saal, es gab Proteste, wüste Anwürfe, Drohungen. Während jeder der Theatergänger in seinem Leben vermutlich schon dutzende Insekten getötet hatte, weil sie ihn beim Schlafen, Essen, Lesen störten oder ihm einfach, wie manches Spinnentier, Unbehagen bereiteten, zeigte er bei der Bühnenverbrennung plötzlich mehr Herz für den Falter als für jedes vietnamesische Kind. Die Erregung war schließlich so groß, dass Brook den Feuertod nur noch simulieren ließ. Die Tierliebe hatte gesiegt – oder, wie andere meinten, Hysterie und Verlogenheit.

Vermint ist das Feld noch immer. Im Verbreitungsgebiet der Hannoverschen Allgemeine (HAZ) tauchten kürzlich Aufkleber mit dem Slogan “Mätoo” auf, eine gegen das Schächten gerichtete Verballhornung der Hashtag-Kampagnen “#Metoo” respektive “#Metwo”. Ich postete den Artikel mit dem Hinweis, dass mich das Thema ‘Schächten’ nicht interessiere (wörtlich: es mir egal sei), um so mehr jedoch die journalistische Einordnung durch die HAZ: Die nämlich vermutete sofort “islamkritische” und gar “rassistische” Motive hinter der Aktion. Selbst eine intelligent-subversive Kritik am Schächten gilt heute manchem Blatt als Ausdruck von Rassismus.

Doch nicht diese Tabuisierung einer notwendigen Debatte erregte die Gemüter, sondern mein Bekenntnis, dass mich die Frage des Schächtens nicht sonderlich interessiere. Einige waren “schockiert”, andere kündigten die Facebook-Freundschaft, eine nannte mich ein “Ekelpaket”. In Fragen des Tierschutzes ist schon Indifferenz ein Vergehen. Auch der Hinweis, dass man sich kaum über das Schächten empören könne, solange man über Massentierhaltung und Tiertransporte hinwegsehe, und dass auch beim ‘normalen’ Schlachten der Tod auf das Tier warte, half nicht. Ich hatte einen Schmetterling verbrannt.

Tatsächlich verfolgt mich dieser Schmetterling mit einer gewissen Hartnäckigkeit. 2002 wurde der Tierschutz als Staatsziel ins Grundgesetz aufgenommen, und auch in den Redaktionen gab es viele Befürworter. Die allerdings störten sich an meiner Prognose: Nehme man die Regelung ernst, müsste man Massentierhaltung untersagen. Dann aber werde Fleisch zum Luxusartikel. Zudem sei auch das Schächten zu verbieten, was sofort den Vorwurf des Antisemitismus nach sich ziehe. Daher werde der Tierschutz als Staatsziel nur eine Luftnummer bleiben: Kein Politiker wolle dem Arbeiter das Aldi-Kotelett wegnehmen, kaum einer sich mit der Landwirtschafts-Lobby anlegen – und mit der jüdischen Gemeinde schon gar nicht. Bei mehreren Kolleginnen war ich damit ‘unten durch’; wochenlang maßen sie mich mit bösen Blicken, so als hätte ich die Vergiftung ihrer Katzen und Sittiche zu Unterhaltungszwecken gefordert.

Neues zum Thema Schächten kommt nun aus Österreich. Dort entschied ein Landesverwaltungsgericht, dass die Versorgung mit geschächtetem Fleisch mit Blick auf das Leid der Tiere eng gefasst werden müsse. Nur wer glaubwürdig religiöse Motive vorweisen könne, dürfe, so das Gericht, derartiges Fleisch erwerben. Anderenfalls bestünde die Gefahr, dass alle Schlachtereien zum Schächten übergingen, um sich – neben der sonstigen – auch die muslimisch-jüdische Klientel zu sichern. Diese Entwicklung sei jedoch mit dem Tierschutz unvereinbar.

Wie aber die Vorgabe umsetzen? Der Vorschlag eines Landeshauptmanns, wonach sich jüdische oder muslimische Käufer namentlich anmelden sollten, führte zu einem Aufschrei der jüdischen Gemeinde, natürlich unter Hinweis auf die Deportations-Listen der Nazis. Eine eigene Lösung blieb die Gemeinde schuldig.

Eben das monierte ich gegenüber einer Berliner Jüdin, die mich auf den Fall aufmerksam gemacht hatte. Als religiös oder gar orthodox war sie mir bisher nicht aufgefallen, und so erlaubte ich mir zu bemerken, dass religiöse Speiseverbote auf einen Agnostiker wie mich wie ein negativer Gottesbeweis wirkten. “Wenn der Herr auf so etwas achtet, befasst er sich mit Dingen, die an seiner Weisheit, Allmacht und damit an seiner Existenz zweifeln lassen.” Auch das war ein verbrannter Schmetterling. “Ich dachte”, so die Antwort, “Sie sind ein Demokrat und kein Faschist”. Selbst Agnostizismus steht heute unter Faschismus-Verdacht, und jeder Spott über steinzeitliche Rituale. So erfasst die Absolutierung der Kultur nun auch das Denken ehemals vernünftiger Leute. Und jede Debatte wird geschächtet.

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Nicht ganz ohne Verbindung zum Vorigen: “Nichts können viele deutsche Juden weniger ertragen als einen Deutschen ohne anti-semitische Vorurteile.” Nahum Goldman (1895 – 1982), Chef des World Jewish Congress.

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Café Savigny, Grolmanstraße, Treffen mit einem Parteikollegen. Mitten im Gespräch tritt die Besitzerin des Cafés an den Tisch, unterbricht uns und maßregelt aus dem Blauen heraus den Kollegen. Er habe sich hier vor einem Jahr mit einer Journalistin von Cicero getroffen, und die hätte den Namen des Cafés in ihrem Artikel gebracht. Das sei unerhört, er wie auch die Journalistin hätten vorher um Erlaubnis fragen müssen. Man sei ein weltoffenes Café, usw, usw. Lauter dummes Zeug. Wie so oft: Mangel an Manieren, Mangel an Toleranz, verbrämt als Verteidigung von Weltoffenheit.

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Gehört: “Winselfächer” als Sammelbegriff für GenderStudies, Erziehungswissenschaften, Psychologie…

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Ein amerikanischer Freund will eine Diskriminierungs-App entwickeln. Erfasst würden Herkunft, sozialer Status, Geschlecht, Religion, Gewicht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung und anderes mehr. Index 100 sei der weiße, alte, schlanke Mann aus Iowa. In Gesellschaften, in denen Leistung immer weniger, Diskriminierung immer mehr zähle, sei eine solche App für Behörden, Personalabteilungen und Migrationsstellen unverzichtbar. Endlich lasse sich zweifelsfrei ermitteln, ob der übergewichtige, verpickelte Analphabet aus Kirgisistan oder die einbeinige Lesbe aus Swasiland im Diskriminierungsranking höher stehe! Tatsächlich ein Gewinn.

Fuckheads, Deerns und ‘Gesockst’

Einige einfache Geister halten es immer noch für eine originelle Meinung, die Verschwörer des 20. Juli als ‘Verräter’ zu bezeichnen. Ihnen der Hinweis: Bei Staatsstreichen und Seitensprüngen ist Treue oftmals hinderlich.

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Auf Amazon die Serie ‘Goliath’ entdeckt. Die erste Staffel gut, die zweite zu brutal. Aber immer sehenswert: Billy Bob Thornton als Anwalt McBride. Zu ihm eine kleine Anekdote, in Teilen einst in BILD berichtet, aber zu schräg und amüsant, als dass sie nicht noch einmal erinnert werden sollte. Also: Eine Zeitlang schrieb ich auch Filmkritiken, und als 2001 ‘Banditen’ in die Kinos kam, lud Metro-Goldwyn-Meyer zu Interviews mit zwei der Hauptdarstellern, Thornton und Willis, nach Los Angeles. Business Class, Limo-Service, Luxushotel, man trieb einigen Aufwand. Und so auch Bruce Willis. Er lag beim Interview in fötaler Haltung auf einem dieser seltsamen, nur in Hotelzimmern anzutreffenden 2-sitzigen Sofas, die Knie an den Bauch gezogen, das Gesicht zur Rückenlehne. Zu seiner Seite, auf winzigen französischen Empire-Stühlchen, seine Bodyguards: Ein gewaltiger, kahlköpfiger, über und über tätowierter und mit Bling-Bling behangener Farbiger, dessen Oberarme an den langen Mißbrauch von Anabolika denken ließen. Auf der anderen Seite der Bruder des schweigsamen Indianers aus ‘Einer flog über’s Kuckucksnest’. Ob seine Lider funktionierten, war nicht auszumachen; zumindest während des Interviews blinzelte er nicht. Auch sein Kollege starrte mich durchgehend an, durch gitterartig verschränkte Finger, die er sich vors Gesicht hielt. Zwei Charmeure…

Herr Willis hingegen war unleidlich. Ob die Haltung bequem sei oder er das Interview lieber im Sitzen führen möge? “You’re fuckheads!” Was ihn am Drehbuch von Harley Payton gereizt, ob er es noch verändert habe? “You’re fuckheads!” Wie lange seine Vorbereitung auf den Film gedauert hätte? “Fuckheads, fuckheads, fuckheads!” Was er seinen Kindern sagen würde, warum sie den Film sehen müssten? “Fuckheads. All journalists are fuckheads!” Und so weiter, und so weiter. Ich ging meine Fragen durch, Willis antwortete in bestechender Variationsbreite. Innerlich jubelte ich. Klar war: Das war großes Kino! Keine ernsthafte Antwort hätte mir so viel Stoff gegeben.

Nur die PR-Frau, die später ins Zimmer trat, fand all das nicht komisch, meine fröhliche Amüsiertheit war ihr suspekt. Das könne ich keinesfalls schreiben, “Bruce” sei heute etwas angeschlagen und sie “so sorry, so sorry, so sorry”. Musste sie nicht sein. Der Film war leicht und gut, und das Interview ein Glücksfall.

Später dann mit Billy Bob Thornton. Entspannt, freundlich und mit dieser professionellen amerikanischen Zugewandtheit, so als könne sich Thornton nichts Schöneres vorstellen, als mit einem deutschen Journalisten zu reden. Am Ende zitierte er die erste Strophe von Heines ‘Loreley’. Seitdem: Mehr als ein Stein im Brett.

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Ein Dogan Murat schreibt mir auf Facebook: “Du dummes Stück Scheiße. Du und deine ganze Sippschaft seid Gesindel. Ich braunes gesockst.” Dem letzten Satz ist schwer zu widersprechen, und “Gesockst” made my day. Der Duden sollte es aufnehmen.

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Freunde hatten kürzlich auf eine neue Form des linken Ritterschlags hingewiesen: Entstellende Einträge auf Wikipedia. So einer findet sich nun auch beim Eintrag, der meine Person betrifft. Meine Haltung zum Holocaust wird in ihr Gegenteil verkehrt, ein offensichtlich ironischer Eintrag wörtlich genommen. Die Arbeit von Denunzianten. Ich hatte die Anwerferei einmal löschen lassen, nun ist sie wieder da. Soll sie bleiben, so wichtig ist Wiki nicht. Aber dass es Leute gibt, die ihre Zeit mit derartigen Nickligkeiten verbringen… Das Leben der Anderen, hier dokumentiert.

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Ihren Verfassungspatriotismus haben viele Linke erst in dem Moment entdeckt, als sie feststellten, dass sie die Verfassung jederzeit brechen können.

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Ende 2012 ging der MEDIENDIENST INTEGRATION online. Er bezeichnet sich als Informations-Plattform für Medienschaffende. “Hier”, so die Selbstdarstellung, “finden Journalisten mit wenigen Klicks die wesentlichen Informationen zu den Themenfeldern Migration, Integration und Asyl in Deutschland.”

Das ist kaum zu hoffen. Denn geleitet wird der Dienst von Mehmet Ata, dem ehemaligen Sprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Spätestens seit den jüngsten Skandalen steht dieser Arbeitgeber nicht mehr in dem Ruf, die “wesentlichen Informationen zum Themenfeld Migration” zu liefern, sondern eher, sie zu hintertreiben. Unterstützt wird Herr Ata von der Journalistin Rana Göröglu (ehemals ZDF, radio multikulti, Berliner Zeitung) und dem früheren taz-Redakteur Daniel Bax. Auch deren Lebensläufe klingen nicht unbedingt nach journalistischer Distanz zum Gegenstand ihrer Arbeit.

Wie es um diese Arbeit qualitativ bestellt ist, machte letzte Woche ein Interview mit der Sprachforscherin Elisabeth Wehling deutlich. Sie wusste zu berichten, dass es gar keine Islamkritik geben kann: “Man kann kritisieren, dass es Menschen gibt, die an Religionen glauben. Oder bestimmte Aspekte einer Religion. Aber eine Religion an sich kann man nicht kritisieren.” Zudem laufe “das, was ‘Islamkritik’ genannt wird, meist darauf hinaus, die Religion verantwortlich zu machen für alle Dinge, die in ihrem Namen getan werden. Das spiegelt sich auch in Begriffen wie “islamistischer” Terror wieder. Manche reden sogar von “islamischem Terror”. Damit etabliert man eine Interpretation der gesamten Religion, die sie per se in die Nähe von Gewalt rückt.”

Stimmt. Aber diese Interpretation ist eben zutreffend, wenn die Religion selbst die Nähe zur Gewalt sucht, weil sie Gewalt und Weltherrschaft verherrlicht. Und genau das tut der Islam, genau das steht in seinem Gründungswerk. Im Koran ist von Juden als ‘Affen und Schweine’ die Rede, dort findet sich der Befehl, Apostaten zu töten, dort ist die Entrechtung der Frau in vielen Versen verankert wie auch die Homophobie. Und dort wird zum immerwährenden Kampf gegen Andersgläubige aufgerufen, der jede Grausamkeit rechtfertigt. Der Koran ist ein Buch der Gewalt und des Krieges; das ist der Geist, der in ihm herrscht. Und das ist auch der fundamentale Unterschied zum Neuen Testament. Kein Christ kann sich für irgendeine Schandtat auf ihren Gründer und seine Worte berufen; Muslime können das.

Verstehen kann die Einschätzungen von Frau Wehling daher nur, wer so Hamburger-Deern-haft unbeleckt in die Welt schaut wie die Sprachwissenschaftlerin auf ihrer Homepage. Was sie im Gespräch mit dem schon erwähnten Herrn Bax von sich gibt, was der MEDIENDIENST INTEGRATION der Veröffentlichung für wert hält, sind nichts als Dummheiten. Es ist die pseudo-wissenschaftlich verbrämte Version der alten Exkulpationsformel der Muslimverbände, wonach kein Anschlag, kein ‘Ehrenmord’ und kein antisemitischer Übergriff etwas mit dem Islam zu tun habe. Es ist, mit einem Wort, Lüge. Oder Desinformation.

Finanziert wird dieser Desinformationsdienst von der Bundesregierung und dem Asyl- und Integrationsfonds der EU, also aus Steuermitteln. Dazu kommen einigen Stiftungen, darunter die berüchtigt linkslastige Amadeu-Antonio-Stiftung. Auch die lebt weitgehend von Steuergeldern. Wer daher den Eindruck gewinnt, hier handele es sich um eine staatliche finanzierte Propaganda- und Versorgungsstelle für gescheiterte linke Journalisten, liegt vermutlich nicht ganz falsch. Und damit keine Kritik an solcher Amigo-, Klientel- und Bestechungspolitik der Regierung aufkommt, hat man Vertreter der meisten etablierten Medien im Fachbeirat versammelt: ZDF, FAZ, DIE WELT, Tagesspiegel, RTL, Süddeutsche, SPIEGEL, WDR. Und natürlich auch die besonders korrupte ZEIT, die auch bei der Amadeu-Antonio-Stiftung mitmischt. Selbst Hans-Jörg Vehlewald, ein geschätzter Ex-Kollege von BILD, lässt sich für diesen Schmarrn mißbrauchen. Eine Schande.

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Einst hatte ich in diesem Blog auf den skandalösen Rentenbetrug zu Lasten jener Deutschen hingewiesen, die aus der DDR geflohen sind, oftmals nach Jahren großer Entbehrungen, Schikanen, Enteignungen. Diese Menschen trugen maßgeblich dazu bei, das Honecker-Regime zu destabilisieren, auch gerade moralisch. Denn sie waren der Beweis, dass die DDR eben doch eine totalitäre Cliquenherrschaft war und nicht das Arbeiter- und Bauern-Paradies, wie es die DDR-Propaganda kundtat, assistiert von ZEIT und SPIEGEL. Vielleicht greifen deshalb diese Blätter den Skandal nicht auf, geradegestellt ist die Sache jedenfalls immer noch nicht. Dass dies mit voller Absicht der Regierungschefin und der links besetzten Ministerien geschieht, die im nachhinein Rache an denen nehmen, die aus dem ‘besseren, sozialistischen Deutschland’ geflohen sind, ist keine abwegige Spekulation. Nun gibt es eine Petition, die jeder unterzeichnen sollte, dem Haltung und Rechtsstaatlichkeit am Herzen liegen. Der Link zur Petition ist hier.

Coffee Togo und andere Narrheiten

Der Artikel von Mariam Lau in der ZEIT zur Seenotrettung wirft unter den Lesern hohe Wellen. Barbarisch sei die Sicht der Autorin, inhuman, menschenverachtend, demagogisch, ein Plädoyer für’s Ersaufenlassen. Sie solle sich schämen, mal Artikel 1 Grundgesetz lesen oder Anne Frank fragen. Sofern Lau selbst einmal in Seenot gerate, sei zu überlegen, ob man sie rette. Und so weiter, und so fort. Auch ZEIT-Leser wollen so verroht sein, wie es die Redaktion in ihrer Nähe zur grünen Päderastie oder zur “Systemalternative DDR” oftmals schon war.

Schön auch der Gedanke, von vielen Empörten so oder ähnlich zitiert: “Menschen zu retten ist menschenrechtliche Pflicht!” Jene 100.000 Kinder, die jedes Jahr allein in Deutschland abgetrieben werden, scheinen von dieser Pflicht ausgenommen.

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“Ich würde mich freuen, wenn jemand wie Helene Fischer mal auf ihrem Konzert sagen würde: Ich finde die AfD doof,” meint der Schauspieler Ulrich Matthes, ein Bewunderer der Kanzlerin und Wolfgang Schäubles. Mit ihm würde er gern Shakespeares King Lear inszenieren. Eine gute Wahl: Das Drama um einen König, der ebenfalls zu Kindersprache und kindischer Naivität zurückkehrt, Politik für doof hält und das Land ins Chaos stürzt. “Thou shouldst not have been old till thou hadst been wise”.

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Dialog mit einer erregten Silversurferin bei einer Diskussionsveranstaltung: “Sie wollen ernsthaft den Migrationshintergrund von Straftätern feststellen lassen, Herr Fest?” – “Ja, gewiß.” – “Und wie soll das gehen? Wollen Sie von jedem in Deutschland ein genetisches Profil erstellen? Vielleicht sind auch Sie nicht reinrassig, vielleicht hat Ihre Mutter mit einem Schweden oder Russen geschlafen.” – “Charmant. Aber es geht hier um den Migrations-, also den kulturell-weltanschaulichen Hintergrund, nicht um den genetischen. Insofern würde ich einfach fragen, woher Eltern und Großeltern stammen.” – “Das ist Rassismus!”

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Sitzung des akademischen Senats einer linksrheinischen Uni. Die Rektorin ermahnt einen Professor, seine Anträge künftig in gendergerechter Sprache zu stellen, wie von der Verwaltung beschlossen. Der Professor wehrt sich: Das stünde nirgends im Gesetz, und wissenschaftlich lasse sich weder Neutrum noch ein ‘drittes’ oder sonstiges Geschlecht ermitteln. Insofern sei der Beschluß reine Willkür, und der werde er sich nicht beugen. “Aber Sie sollten schon Menschen so ansprechen, wie jene das für richtig halten.” “Wenn das so ist, bin ich für Sie und alle in der Verwaltung ab heute ‘Mein Führer’”. Totenstille. Die anwesenden Kollegen hätten so getan, als seien sie vertieft in ihre Akten.

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Ein Freund, ausgestattet mit Ruderboot und allen notwendigen Berechtigungen, angelt bei Sonnenaufgang im Chiemsee. Ein Elektroboot nähert sich und geht längsseits. Es ist der Beamte für die Kontrolle des ordnungsgemäßen Angelwesens. Hier ist nicht alles ordnungsgemäß: Der gerade gefangene Fisch ist noch nicht ins Angelverzeichnis mit Länge und Fangort eingetragen, dennoch die Angel schon wieder ausgeworfen. Das ist, man glaubt es nicht, eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem deutlichen Bußgeld geahndet wird. Hier funktioniert der Rechtsstaat.

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“Bitte einen Coffee Togo zum Mitnehmen”. Fangstricke des Alltags-Germish, keine Reminiszenz an deutsche Kolonialgeschichte.

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Schlussworte aus einem Brief des zu früh verstorbenen FAZ-Redakteurs Hennig Ritter an einen überschätzten Sozialhistoriker: “Für Ihren weiteren Lebensweg, den ich schon jetzt aus den Augen verliere, wünsche ich Ihnen alles Gute.”

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Absehbar: Die ZEIT ist eingeknickt. Sie entschuldigt sich dafür, dass man angeblich den Artikel von Mariam Lau missverstehen konnte. Doch missverständlich war hier nichts. Es ging vielmehr um das bewusste Nichtverstehenwollen mit dem Ziel, Lau zu diskreditieren. Das übliche Verfahren von Denunzianten – und es wird nun von Giovanni di Lorenzo, Sabine Rückert und Bernd Ulrich gedeckt. Zu den Anwürfen gegen die Autorin kommt die Feigheit der Chefredaktion. Wieder bestätigt sich der erste Eintrag in diesem Blog: Die ZEIT als Odenwaldschule des deutschen Journalismus.

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Hübsche Idee eines Freundes: Eine Ehrennadel für alle, die von ihrer Redaktion im Stich gelassen und verraten wurden. Da hätte man bald ein Ressort zusammen. Und es würden täglich mehr.

Lebenslanges Lernen, lebenslanges Labern

Wenn es ein symbolisches Bild gibt für den Zustand der EU, dann ist es jenes, das Jean-Claude Juncker abgab beim jüngsten Nato-Gipfel in Brüssel. Volltrunken, wirr mit den Händen nach Halt suchend und nicht in der Lage, ohne Hilfe Dritter ein Podest zu besteigen oder zu verlassen. Symbolträchtig auch die Reaktionen: Während Donald Trump sichtlich auf Distanz hielt, stützten die europäischen Regierungschefs den torkelnden EU-Kommissionspräsidenten. Keiner von ihnen widersprach der offen wahrheitswidrigen Pressemitteilung, die schweren Gleichgewichtsstörungen seien Folge von Rückenproblemen; niemand stellte die Frage, ob Juncker für sein Amt noch geeignet sei. Das eben ist Brüssel: Die Herrschaft des Wegschauens, das Ausblenden selbst offenkundiger Probleme. Kein Manager, der derart tief ins Glas blickt, wäre lange auf seinem Posten; übersähe er derartige Ausfälle bei Mitarbeitern, dürfte er sich bald wegen Verletzung der Fürsorgepflicht verantworten. Und der Nato-Gipfel war nicht der erste schwankende Auftritt Junckers. Doch in Brüssel kann auch ein schwerer Alkoholiker lustig in seinem Amt bleiben. Und so ist dann auch die dortige Politik.

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Evangelischer Pfarrer zu einer Freundin nach der Beerdigung ihrer Mutter: “Und was ist Ihr nächstes Projekt?”

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Humboldt-Universität Berlin, Treffen der Wertekommission. Der 2005 gegründete Gesprächskreis von Managern und Unternehmern, finanziert von deutscher Wirtschaft und Banken, befasste sich einst mit ethischen Fragen der Unternehmenskultur, neudeutsch Corporate Identity. Wer solche hochgemezzten Talkrunden als Alibi-Veranstaltungen abtat, um exzessives Profitstreben moralisch aufzuladen, darf sich heute bestätigt fühlen: Volkswagen, Siemens, Deutsche Bank. Viel gebracht haben die Appelle ans gesellschaftskompatible Wohlverhalten nicht. Wenn’s um Werte oder Wertschöpfung geht, entscheiden sich Manager meistens für letztere. Denn nicht nur sie, auch Aktionäre wollen Geld sehen. Der Bonus ist vielen wichtiger als das Paradies.

Vielleicht ist man daher ein wenig von der alten Thematik und Zielsetzung abgekommen. Beim 49. Treffen, hochmögend “Werteforum” genannt, spielten Werte nur noch im Titel eine Rolle: “Werte und Führung: Welche Charaktere und Werte brauchen Unternehmen in Zeiten disruptiver Veränderungen?” In der Sache ging es um den ewig neuen Quark von Unternehmensführung und deren Instrumente – um Coaching, Fortbildung und Führungsseminare. Und tatsächlich scheint all das allmählich ein Wert an sich, so wie Teamfähigkeit oder Lebenslanges Lernen. Ob die deutsche Wirtschaft auch deshalb immer mehr ins Hintertreffen gerät, weil sie so etwas ernsthaft glaubt? Ein Bauer, der den Wert seiner Arbeit nicht an der Ernte bemisst, sondern an Aussaat und glücklichen Ähren, wäre nicht lange im Geschäft.

Erstaunlicherweise zeigte gerade das Gesprächsformat, dass jene Leute, die angeblich für Zukunft stehen und für ‘disruptiven Wandel’, am Hergebrachten so festhalten wie der DFB an Jogi Löw. Während selbst die öffentlich-rechtlichen Siebenschläfer Zweifel an Formaten wie Maischberger, Will oder Illner bekommen, inszeniert sich die Zukunftsbranche als Grundschulklasse: Wenn der Lehrer ruft, trägt ein jeder sein Sätzchen vor, zumeist ohne Bezug auf das zuvor Gesagte. Statements statt Diskussion. Immerhin gab Moderator Philipp Busch der Sache Form und Schärfe. Würde er die Scheindebatte als Selbstgespräch führen, wäre sie unterhaltsamer; auch würde man vermutlich mehr lernen. Denn die Gäste, nennen wir sie karätig, hatten nicht einen Gedanken beizutragen.

Am Ende allerdings ein Lichtblick, ein schöner Service, auch jeder Talkshow zu empfehlen: Ein Co-Referent hatte sich der Mühe unterzogen, die wichtigsten Statements der vorangegangenen 90 Minuten zu notieren. Die trug er nun vor, rund 30 Sentenzen. “Führung braucht Verantwortung”, “Unternehmen sind lernende Gebilde”, “Ohne Freiräume keine Eigenständigkeit”. Und ähnliche Küchenweisheiten mehr. Die alte Erkenntnis: Gespräche über Werte tun entweder weh, weil sie nach  persönlicher Verantwortung fragen; oder sie sind quälend banal. Das war hier der Fall. Und das macht gute Predigten so selten.

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Thailand, Chang Rai. Wo sind eigentlich die multikulturellen und Transgender-Taucher im Rettungsteam, wo die bekennend lesbischen Frauen? Irgendwie scheinen die Thais nicht viel von Diversität zu halten – wie die meisten Rettungskräfte dieser Welt.

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Mein Blick auf Coaching und Führungs-Workshops ist, mancher mag es bemerkt haben, von Skepsis geprägt. Erfahrungen mit einigen dauergecoachten Chefs trugen dazu bei: Wenn es hektisch wurde, wenn sich ihr Vorgehen als falsch, ihre Sicht als irrig erwies, waren all die schönen Seminar-Stanzen schnell vergessen. Dann herrschte nicht das Argument, sondern ‘Oben sticht Unten’.

Dennoch gilt vielen Unternehmen die ständige Optimierung ihrer Mitarbeiter als Schlüssel für die Zukunft – gestützt auf eine stetig wachsende Coaching-Industrie. Das ist erstaunlich, denn die Erfahrung sagt eher das Gegenteil: Menschen sind durch Argumente kaum zu beeindrucken. Jede Talkshow zeigt das dutzendfach. Und noch viel weniger sind sie bereit, ihr Verhalten aufgrund guten Zuredens zu ändern. Wäre es anders, würden beispielsweise Gesprächs-, Paar- und Verhaltenstherapien wirken, müsste die Zahl der Scheidungen deutlich sinken. Das aber ist bekanntlich nicht der Fall, obwohl hier die persönlichen Folgen ungleich dramatischer ausfallen als in Unternehmen. Vielleicht ist der Mensch doch weniger Knetmasse, als mancher Coach glaubt. Mit Goethe: “Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen / Die Sonne stand zum Gruße der Planeten…”

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Zur fortgesetzten Lügenmär der “Einzelfälle”, mit der die Medien Messerstechereien, Vergewaltigungen und Gewaltdelikte kleinreden, bemerkte ich im März, dass nach dieser Deutung wohl auch der Holocaust eine Häufung von Einzelfällen sei, wenn auch eben von 6 Millionen. Das haben bayrische Grüne wörtlich genommen. Sie empörten sich, diese Bemerkung zeige meine Sicht auf den Holocaust. Dass ich ihn als Folge einer “bösartigen Ideologie der Weltherrschaft und Vernichtung” bezeichnete, müssen sie überlesen haben. All jenen Freunden des Vereins zur Pflege der Dyslexie e.V. daher mit Bismarck folgender Hinweis: “Ich bediene mich gelegentlich der Redefigur der Ironie, einer Redefigur, bei der die Worte nicht immer das meinen, was sie buchstäblich bedeuten, sondern mitunter auch das Gegenteil.”

Noch dazu. Könnte man heute noch einen Film wie ‘Hair’ drehen? Lange Haare standen einst für Witz und originellen Protest; heute sind sie meistens Ausdruck all dessen, was Biographien verlässlich scheitern lässt: Phonemische Rechtschreibung, GenderStudies und anderer Bildungsverlust.

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“Mit allem”. Nicht nur die bevorzugte Version des Döners, sondern auch Motto Merkelscher Einwanderung: Mit Vergewaltigern, Mördern, Kinderschändern, Terroristen…

Goodbye, Agenda-Setting! Über den Hirntod deutscher Medien.

Vor einiger Zeit wies ich in einer Rede auf die konzeptionellen Ähnlichkeiten zwischen der AfD und der erfolgreichen BILD alter Tage hin. Wie heute die AfD stand die BILD der 1980 und 1990 Jahre klar gegen Regierung und Establishment; wie die AfD war die alte BILD realistisch-konservativ, folgte also nicht den Tagesparolen der Refugees-Welcome-Utopisten; wie die AfD war die vergangene BILD unverstellt patriotisch, nationalstaatlich und skeptisch gegenüber der Brüsseler Bürokratie; wie die ‘Alternative’ war BILD politisch unkorrekt und stolz darauf, ‘populistisch’ zu sein, also Sprachrohr des Volkes; wie der AfD galt BILD aus diesem Grunde der Haß des linken, volksfernen Juste Milieu. Beide fassten ihr Markenversprechen in ähnliche Claims: “Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht”, hieß es bei BILD, “Mut zur Wahrheit” verlangt die AfD. Und bei beiden war manche Formulierung unzulässig schief: “Vogelschiss” korrespondiert mit “Asyl: Deutschland gibt Gas” oder mit der unerreichten Feststellung: “Schlimm: Aids trifft nicht nur Fixer und Homosexuelle, sondern auch Unschuldige!”

Und noch eine Parallele gibt es: Früher setzte BILD die großen Themen, heute tut es die AfD: Euro, EU, Islamisierung, Ausländerkriminalität, Herrschaft des Unrechts, Patriotismus respektive – als Gegenstück – die sehr fragliche Loyalität der hiesigen Türken. Und schließlich das übergroße Thema der ‘sozialen Frage’, also der finanziellen Diskriminierung der Deutschen gegenüber Flüchtlingen, verbunden mit der Plünderung der Sozialkassen zugunsten parasitärer Existenzen aus fernen Ländern. Alle die Themen, die vor der Bundestagswahl von den Altparteien als Hirngespinste und Verschwörungstheorien abgetan wurden, sind plötzlich jene, die den politischen Alltag von Union und SPD, von Grüne und Linke bestimmen: Kreuze in Amtsstuben, Italienkrise, BAMF, Zurückweisung von Migranten, Özil & Gündogan, Susanna, EU-Spaltung, Altersarmut.

Wie toxisch die Ära Merkel und ihrer Claqueure war und ist, zeigt sich auch daran: Dass weder Altparteien, Gewerkschaften noch Kirchen in der Lage sind und waren, irgendeine gesellschaftspolitische Debatte anzustoßen; und schon gar nicht die Medien. SPIEGEL, STERN, ZEIT, WELT, Süddeutsche, vom Fernsehen ganz zu schweigen – alle sind mit Blick auf den innergesellschaftlichen Diskurs vollkommen abgemeldet. Während die Deutschen seit Monaten über die Folgen der Merkelschen Grenzöffnung debattierten, verbissen sich die Medien in Trump, Putin, Nordkorea oder, immer hochaktuell, in Kapitalismuskritik. Und wenn es doch mal über die Zustände in Deutschland ging, dann in Form des betreuten Denkens, exemplarisch exekutiert von SPIEGEL, Süddeutsche und ZEIT: Gewiß, Bandenvergewaltigung, ‘Ehrenmorde’ und Messerattacken seien unerfreulich, aber doch nur Einzelfälle, Blitzradikalisierungen, posttraumatische Störung, Beziehungstaten. So adaptierten die Printmedien den Sedierungsjournalismus Anne Wills und Maybrit Illners: Diskurstheater im ängstlich zementierten Meinungskorridor des illiberalen Mainstreams. Entweder offene Lüge oder schlicht Laber, Rhabarber.

Auf der Strecke blieb dabei das legendäre Agenda-Setting von BILD, und auch das der FAZ Frank Schirrmachers – beide erstickt in der Hirntodzone politischer Korrektheit. Bezeichnenderweise entstand die letzte große Debatte vor dem Aufkommen der AfD gegen die Medien: Thilo Sarrazins Buch “Deutschland schafft sich ab” wurde von den Bürgern heftig diskutiert, von Regierung, Fernsehen und Zeitungen totgeschwiegen oder skandalisiert. Auch BILD mochte in die Debatte um ‘Kopftuchmädchen’ und die intellektuellen wie sozialen Nachteile des muslimischen Zuzugs zunächst nicht einsteigen, die oft behauptete ‘Lesernähe’ war schon damals erodiert. Erst als der SPIEGEL Auszüge druckte, fand auch BILD den Mut aus zweiter Hand. Schon damals wurde deutlich: Der einzige Modus der Medien für den Umgang mit Thesen, die dem linken Mainstream entgegenlaufen, ist Nichtbeachtung und Denunziation.

Das gilt unverändert. Und es ist der Grund für die quälende Langeweile, die einem aus vielen Zeitungen und Fernsehsendungen entgegenschlägt. Selbst Tatort und Polizeiruf sind inzwischen Dauerwerbesendungen der guten Absicht. Dass Auflagen und Einschaltquoten massiv zurückgehen, erschreckt daher nur das mediale Establishment. Tatsächlich zeugt es von der Klugheit der Bürger. Die spüren längst: Die meisten deutschen Medien sind unter demokratietheoretischen Gesichtspunkten überflüssig. Weder informieren sie umfassend, noch braucht es sie für irgendeine Debatte. Ob es Deutschland ohne diese Medien besser ginge, kann man durchaus diskutieren.

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Ein gleichermaßen tiefdunkles wie helles Bonmot, gelesen in der Jungen Freiheit: “Die Lieblingsjuden der Deutschen: Herr und Frau Stolperstein”.

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Die Nazis fürchteten ein ‘Volk ohne Raum’. Heute scheint die Furcht eher dem ‘Raum ohne Volk’ zu gelten, oft dem ‘Raum ohne Rentenzahler’ oder zuletzt: Dem ‘Raum ohne Konsumenten’. Das nämlich scheint der neueste Dreh von Politik und Medien, um illegale Grenzöffnung und Invasion zu rechtfertigen. Denn inzwischen steht fest: Nur sehr wenige Flüchtlinge, prozentual im niedrigsten Promille-Bereich, sind Ärzte, Facharbeiter oder IT-Spezialisten. Wenige werden eine Ausbildung schaffen, die zu mehr als Hilfsjobs eignet – oder zum korrumptiven Wegschauen in einer der Außenstellen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Klar ist damit auch: Die Renten der sie jetzt alimentierenden Deutschen werden diese Leute nie erwirtschaften. Vielmehr sind es dauerhaft parasitäre Kostgänger – natürlich nur ökonomisch betrachtet. Kulturell, gesellschaftlich und bildungspolitisch, das zeigen Stadtteile wie Berlin-Neukölln, Duisburg-Marxloh oder Hamburg-Wilhelmsburg, ist weiterhin von großer Bereicherung auszugehen.

Ökonomisch jedoch ist die Aussicht düster – und damit auch die Zukunft des Sozialstaats. Wenn Deutsche nach 40 Jahren Arbeit Flaschen sammeln müssen, um über die Runden zu kommen, illegale Einwanderer aber Wohnung, Ausbildung und privatärztliche Vollversorgung auf Staatskosten erhalten, darf von einer “Gerechtigkeitslücke” ausgegangen werden. Die aber ist nicht nur Gift für den Zusammenhalt der Bevölkerung. Sie ist vor allem Gift für jede Regierung. Denn die ‘soziale Frage’ kehrt sich immer gegen sie.

So sinnt die Politik, zusammen mit den ihr verbundenen Medien, auf eine neue Rechtfertigung der rechtswidrigen Einwanderung. Sie wird seit einiger Zeit als Stärkung des Binnenmarktes verkauft. Sind arbeitsscheue Aggressoren auch für Erwerbstätigkeiten ungeeignet, sind sie doch als Konsumenten ein Gewinn. Selbst linke Presseorgane entdecken ihr Herz für Konsumismus, Verbrauchernachfrage und Binnenkonjunktur. So wandelt sich der Mensch vom Kultur- zum Konsumträger. Und aus jedem Nichts wird noch ein Nutz!

Das dürfte auch der Grund für die plötzlich wiederbelebte Debatte um das “bedingungslose Grundeinkommen” sein. Denn Konsumenten erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn sie Geld haben, das sie ausgeben können. Also muss man für Alimentierung sorgen. Dass viele Zuwanderer große Teile ihrer Geldleistungen in die Heimat überweisen, ist für den Konsum in Deutschland allerdings abträglich.

Wie die Alimentierung der Massen dauerhaft finanziert werden soll, kann ohnehin niemand sagen. Ohne Goldesel dürfte es schwierig werden. Denn auch die immer wieder ins Spiel gebrachte Vermögenssteuer wird irgendwann verfrühstückt sein, selbst wenn sie von den ‘Superreichen’ auf die ‘Reichen’, dann auf die ‘Nicht-ganz-so-Reichen’ und schließlich auf alle ausgeweitet wird.

Zudem dürften die Einnahmen aus Einkommens- und Lohnsteuern zurückgehen. Laut einer englischen Studie vernichtet die Digitalisierung allein in Deutschland rund 20 Millionen Arbeitsplätze. Schon in nicht zu ferner Zukunft werden Lastwagen ohne Spediteure fahren, Züge ohne Zugführer, Schiffe ohne Kapitän. Der Beruf des Taxifahrers wird verschwinden. Logistikzentren versenden vollautomatisch Pakete, die selbstfahrende Last-Rikschas an Abholzentren liefern. Auch ärztliche Versorgung und Bankwesen werden sich grundlegend wandeln, ebenso Militär, Landwirtschaft und Verwaltung. Und der Einzelhandel. Die mancherorts bereits installierten Scannerkassen zur Selbstnutzung sind nur ein erster Schritt in Richtung vollautomatisierter Supermarkt.

Was aber tun mit den Millionen, die ihren Job verlieren oder keinen finden werden? Sie der Konkurrenz versorgungsbedürftiger Prekariatsbataillone aus Afrika oder dem Nahen Osten auszusetzen, scheint keine Lösung. Eher wäre zu fragen, was an Bevölkerungsgrößen des 18. oder 19. Jahrhundert so nachteilig wäre. Dass Deutschland auch mit nur 40 oder 50 Millionen Einwohnern ein schönes, lebenswertes Land sein kann, werden allenfalls Konsumartikel-Hersteller bestreiten.

Tatsächlich ist der geringe Bevölkerungszuwachs der Europäer wohl nicht ganz unbeteiligt an ihrem enormen und vergleichsweise verträglichen Wohlstand. Hätten sie sich nach dem 2. Weltkrieg wie in Nigeria oder im Kongo vermehrt, lebten nun rund 350 Millionen in Deutschland, 300 Millionen in Frankreich, 250 Millionen in Italien. Hamburg hätte 11 Millionen Einwohner, Berlin über 18 Millionen. Ob das in jeder Hinsicht ein Gewinn wäre, scheint fraglich. Gewiß wäre die Nachfrage des Binnenmarkts gewaltig, aber ebenso Land- und Ressourcenverbrauch. Das Bevölkerungswachstum hätte seinen volkswirtschaftlichen Nutzen längst überschritten, die sozialen Probleme würden sich, wie in Pakistan oder Indien, potenzieren.

Gerade Linke müssten die offenen Grenzen daher fürchten. Wenn alle Neubürger auf das Konsumniveau von Joschka Fischer, Oskar Lafontaine oder Peer Steinbrück gehievt würden, dürfte es mit dem Umweltschutz vorbei sein. Denn ökologisch haben Araber wie Afrikaner mit ihrem Hang zu ostentativem Konsum selten einen CO2-Fußabdruck unter Größe 158. Und dass sie sich von Fahrverbots- oder 30er-Zonen beeindrucken lassen, ist auch nicht zu erwarten. Verzicht ist eben nicht ihr Ding. Das dürfte vielen Linken wieder sympathisch sein.

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„Vergangenheit ist keine Option. Vergangenheit ist stets das Opium ,verspäteter Nationen’, die auf diese Art und Weise ihre Verspätung zementieren.“ Jiri Grusa, der frühere tschechische Botschafter

Schwarmfische und Heroinen

Sechs Worte zum ‘Vogelschiss’: Falsche Wortwahl, falsches Forum, falscher Zeitpunkt. Rätselhaft: Warum jene, die über die Verkürzung der deutschen Geschichte auf das 3. Reich lamentieren, kaum ein anderes Thema kennen als  die 12 Jahre des Schreckens und der Schande. Patriotismus bedeutet nicht, den Abgrund kleinzureden. Und man kann seine Liebe zum Vaterland auch mit Bach, Kafka und Eichendorff begründen, mit Dürer, Schubert oder Benn, mit deutschen Landschaften, dem Geruch des Waldes nach einem Sommerregen, mit Bürgersinn, Gemütlichkeit und… mit Grüner Soße. Dazu gleich noch mehr. 

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Immer wieder erbaulich: Linke und Muslime, die AfDler im Straßenwahlkampf als “Nazis” beschimpfen, im Gespräch dann aber das Lebensrecht Israels bestreiten.

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Ein Freund schickt diesen Hinweis auf den deutschen Selbsthass: Elisabeth Raether, die Kochmarie des Zeit-Magazins, leitet ihr neues Rezept so ein: “Grüne Soße. Sie schmeckt so überraschend frisch, ist fleischlos und gesund, dass man erst gar nicht glauben kann, sie gehöre wirklich zur deutschen Traditionsküche. Aber so ist es … ” 

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Der Begriff “Duldungs-Antisemit”, den Michael Klonovsky in seinen Tagesmeldungen mir zuschreibt, hat einige Nachfragen ausgelöst. Daher zur Erläuterung: Arisch-völkische Antisemiten gibt es nicht mehr. Sie sind abgelöst von jenen Antisemiten, die zwar kein Recht haben, sich hier aufzuhalten, aber von Gewerkschaften, Kirchen, Medienleuten und Altparteien geduldet werden. Wobei nicht nur die Geduldeten Antisemiten sind, sondern auch die Dulder.

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Die Süddeutsche berichtet am 22. Mai unter der Überschrift “Leben und sterben lassen” über das anstehende irische Referendum zu Schwangerschaftsabbrüchen. Ob man bei solchen Abbrüchen von “sterben lassen” sprechen kann, sei dahingestellt. Schön die alarmistische Unterzeile. “In Irland sind Schwangerschaftsabbrüche verboten. Selbst bei Inzest und Vergewaltigung.” Selbst bei Inzest. Unerhört! Wenn nahe Verwandte unter klarem Verstoß gegen bestehende und sinnvolle Verbote miteinander ins Bett steigen, sollen sie nicht auch noch mit behinderten Kindern leben. Dann lieber weg mit denen…

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Berlin, Samstag, 16:30 Uhr, vor dem Pokalendspiel. Kaiserdamm und Reichsstraße, aber auch andere Zugangswege zum Olympiastadion, sind übersät mit einer Schicht aus Scherben zertrümmerter Bierflaschen. Die Autos bewegen sich im Schritttempo. Überall grölende, alkoholisierte Frankfurter Fans, die ungeniert und vor Kindern an Straßenbäume oder Autos urinieren. Dass sich solche Leute und ihr Präsident zur Politik äußern, sagt mehr über dieses Land, als man ursprünglich dachte.

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Seit Jahren kennt Hollywood nur Heroinen. Ob ‘Alien’ mit Sigourney Weaver, ‘Underworld’ mit Kate Beckinsale, Uma Thurman in ‘Kill Bill’; ob ‘3 Engel für Charlie’, ‘Tomb Raider’, ‘Resident Evil’, ‘Aeon Flux’ oder ‘Tribute von Panem’. Selbst bei den X-Men ist die mächtigste Figur eine Dame mit dem Namen Phoenix. Und auch Disney hat der feministischen Indoktrination nachgegeben: ‘Mulan’, ‘Merida’ und anderer Quatsch mehr.

Erstaunlich ist nicht nur die Diskrepanz zur Wirklichkeit, die jeder feststellt, der sich nur ein wenig mit Kampfsportarten auskennt. Erstaunlich ist auch die Simplizität der Gladiatorinnen: Fast immer Killermaschinen ohne innere Konflikte, devot ihrem Tötungsauftrag hingegeben, effektiv, humorlos, langweilig – KZ-Wächterinnen mit Model-Maßen. Im Vergleich sind Bond-Filme Meisterwerke der psychologischen Zeichnung.

Auffällig: Fast alle Filme stammen aus den Hochzeiten der Harvey Weinsteins. Gegen deren sexuellen Übergriffe waren die Spezialistinnen für Nahkampf und Vernichtung offenkundig wehrlos, so als wäre ihnen das Herz in den Rock gerutscht – respektive den Catsuit. Auch beim ideologisierten Frauenbild bleibt Hollywood die Stadt der Träume.

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Demo der Antifa in Berlin. Wer eine rein biodeutsche Veranstaltung sucht, wird dort fündig.

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Die kubanische Tourismuszentrale wirbt für ihr Land aktuell mit einem Foto, dass weißen Strand und tiefblaues Meer zeigt. Nichts Neues, sollte man meinen. Der Claim aber ist es: “Eines der sichersten Reiseziele der Welt”. Tatsächlich sind die Chancen, in Algerien am Strand, in Tunesien oder Ägypten in irgendwelchen Bars oder in der Türkei durch ein Attentat auf einen Bus zu sterben, ungleich höher. Islam heißt Frieden. (Dank an NN)

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Klage eines Vaters: “Da versucht man, aus Kindern mündige Bürger zu machen, und erhält Schwarmfische.”

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Eine Lehrerin erzählt, mindestens 8 von 10 muslimischen Schülern hielten den Holocaust für eine Erfindung der Juden oder für zwar real, aber gerechtfertigt. Auf die Frage, warum solche Aussagen nicht zur Anzeige gebracht würden, winkt sie ab. Die Schulverwaltung hätte an einem solchen Vorgehen kein Interesse. Deutsche Strafgesetze scheinen an vielen Schulen nicht zu gelten.

Universitäten als vordigitales Parship

Auch technische Äpfel werden madig. Meiner verabschiedete sich ohne Warnung, einfach so. Das und der Versuch, wenigstens ein paar Dinge zu retten, stand in den letzten Wochen der Arbeit an diesem Blog entgegen. Nun ist klar: Der Apfel ist Geschichte, jetzt tut es ein Chromebook. Wer nicht mehr als eine Schreibmaschine mit Internet-Zugang braucht, ist damit gut versorgt.

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Paris, Stadt der Liebe, Stadt der Eleganz. Dass zu beidem auch gute Manieren gehören, scheint jedoch vergessen. In einem Restaurant müht sich eine junge Frau aus ihrem Mantel; ihr Freund steht ungerührt daneben, starrt in sein Handy. Als ich der Frau helfe, ist sie sichtlich überrascht, sie lächelt und dankt. Der hölzern-täppische Begleiter schaut noch nicht einmal auf.

Anderer Fall, in einem Bistro, wieder eine Frau mit ihrem Freund. Beide sehr jung, Mitte Zwanzig. Sie ausnehmend hübsch, er der Typus Hipster, der sich dreimal pro Minute durch die Haare fährt. Da hier kürzlich von Warnsignalen die Rede war, die Frauen betreffen: Das ist definitiv eines, das vor Männern warnt. Als sie beide eine Zigarette rauchen wollen, bittet er seinen Nachbarn um dessen Feuerzeug. Er erhält es, redet noch ein bißchen weiter, nippt noch einmal am Aperitif, dann zündet er sich seine Zigarette an. Anschließend reicht das Feuerzeug an seine Freundin weiter. Sie lässt es sich gefallen. Hier wie auch schon öfter der Eindruck: Vor Zeiten, also vor denen der Emanzipation, waren Frauen selbstbewusster. Einen so schnöden Begleiter hätten sie sofort verlassen. Die damals selbstverständlichen Regeln der Höflichkeit schützten Frauen in vielen Fällen des Alltags mehr als das erkämpfte Terrain der Gleichberechtigung.

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Begegnung mit einem Professor für Kunstgeschichte. Meinem Interesse für sein Fach begegnet er mit traurigem Sarkasmus. Gewiss, abstrakt gesehen ein schöner Beruf, in der Wirklichkeit aber nur für Leute, die Vereinsamung schätzen. In Gesellschaft sei man ein Exot, beglotzt von all den bildungsfernen Managern, Unternehmern, Politikern und Journalisten. Die könnten zwar Bilanzen oder auch Gesetzestexte lesen, würden aber weder die Bibel, Shakespeare, Homer noch die griechischen Tragödien kennen, also die Fundamente der abendländischen Bildung. Das mache Gespräche schwierig. Diejenigen, die um ihre mangelhafte Kenntnis wüssten, fürchteten, sich eine Blöße zu geben; der Rest sei ohnehin desinteressiert oder schlicht ignorant an der Grenze zur Blödheit. Nicht einmal die ikonographischen Werke von Beckmann, Dürer oder Holbein seien heute als bekannt vorauszusetzen; Künstler der zweiten Reihe wie Pencz, Blechen oder Meidner seien dieser ‘Elite’ böhmische Dörfer.

Isolation sei auch das Los an der Uni. Deren Verwaltung sei nicht bildungsfern, sondern bildungsfeindlich. Seiner Erfahrung nach müsse die Vorgabe der letzten Jahrzehnten gewesen sein, nur Personen einzustellen, die keinerlei Enthusiasmus für das humboldtsche oder irgendein Bildungsideal zeigen. Dass Bildung formen, aus dem Menschen ein freies, selbstständiges, ein besseres Wesen machen solle, sei der Universitätsverwaltung ein völlig fremder Gedanke; ihr gehe es allein um Fragen der Formalbürokratie, um Kernarbeitszeiten, Kompetenzpunkte und Abschlußzahlen.

Und völlig isoliert sei man auch in seiner eigentlichen Tätigkeit. Zumindest an seiner Fakultät seien mindestens 90 Prozent (!) der Studenten intellektuell für das Studium ungeeignet. Das erkenne man schon an den ersten Arbeiten. Wenn der Name des Künstlers, um den es ginge, auch bei der 17ten Nennung falsch geschrieben werde, sei das mehr als ein Zeichen. Die großen Museen, gar die Graphik- oder Kupferstichkabinette, seien vielen Studenten der Kunstgeschichte terra incognita. Doch leider dürfe man nicht zu hart sortieren. Andernfalls riskiere man endlose Debatten mit den Betroffenen, der Universitätsleitung, der Studentenvertretung und manchmal auch Anwälten. So quäle man sich dann durch Haus-, Magister- und Doktorarbeiten, deren einziges Ziel es sei, jedem eigenständigen Gedanken aus dem Weg zu gehen. In der Germanistik sei es ähnlich, auch seine Kollegen der Soziologie und Psychologie berichten über solche Erfahrungen.

Etwas erschrocken versuche ich, wenigstens auf einen erfreulichen Aspekt seiner Arbeit hinzuweisen: Zumindest zu meiner Studienzeit seien die Studentinnen der Kunstgeschichte die hübschesten gewesen. Ja, meint der Professor, das sei auch heute noch so. Und eben dort liege eines der Probleme. Viele seiner Studentinnen seien unterdurchschnittlich begabt und interessiert. Für sie sei die Universität kein Ort wissenschaftlicher Arbeit und Erkenntnis, sondern ein Qualifikationskurs für den akademischen Heiratsmarkt, eine vordigitale Partnervermittlung á la Parship. Denn wer nicht studiert habe, scheide als Partner für viele Akademiker aus, sei keine ‘Partie’ für die gutverdienenden Anwälte, Ärzte oder Manager. Daher das überproportionale Interesse vieler junger Frauen an geisteswissenschaftlichen Fächern. Hier könnten sie, anders als in den Naturwissenschaften mit ihren klaren Vorgaben von ‘falsch’ und ‘richtig’, den akademischen Abschluß vergleichsweise einfach “schießen”. Oder sie wählten gleich Gender-Studies: Dort käme man schon mit der richtigen Gesinnung und dem Bekenntnis zur Diversität zum begehrten Titel.

Das alles sei eine ungeheure Ressourcenverschwendung und auch gesellschaftspolitisch, entgegen allen Verheißungen der Bildungsreformer, ein gefährlicher Weg. Denn nun träten Leute, die nie eine eigenständige geistige Leistung erbracht hätten, mit dem Anschein und Anspruch ins Leben, Akademiker zu sein. Vermutlich liege hier der Grund für das beklagenswerte Niveau vieler wichtiger Debatten. Eine drittklassige Arbeit über irgendeinen längst vergessenen Literaten, über einen Maler der zweiten Reihe der Münchener Secession oder Düsseldorfer Malerschule sei eben nicht zwangsläufig eine ausreichende Qualifikation für die Beteiligung am historischen, ethischen oder politischen Diskurs.

Zudem sei inzwischen ein Teil dieser Unterqualifizierten selbst in Professorenstellen eingerückt, gestützt auf Quoten und Parteibücher. So werde das Mittelmaß perpetuiert – und jedes Talent bekämpft. Denn auch an Universitäten gelte der Satz von Swift, wonach die Existenz eines Genies verlässlich daran zu erkennen sei, dass sich alle Idioten gegen es verbünden. Heute sei das schon bei den etwas Begabteren der Fall. Das mache den Aufstieg der originellen Köpfe so schwer. Da sie die Mittelmäßigen täglich an ihre Unzulänglichkeiten erinnerten, würden sie von jenen gehasst und bekämpft.

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Alle hacken auf Facebook und Twitter rum, hier mal ein Lob: Ich hatte kürzlich auf Facebook einen meiner Artikel für den Deutschlandkurier verlinkt (https://www.deutschland-kurier.org/eine-schande-fuer-deutschland-islamistischer-judenhass-eskaliert/), in dem ich unter Hinweis auf einige Suren, in denen Juden als Schweine und Affen bezeichnet werden, zu dem Fazit kam: Wenn man, wie viele Linke, ‚Rassismus’ als ‚gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit’ betrachte, sei Allah ein antisemitischer Rassist. Denn was im Koran stehe, seien bekanntlich dessen eigene, unverfälschte Worte.

Da meine Facebook-Einträge automatisch von Twitter übernommen werden, landeten sie dort, und natürlich beschwerten sich irgendwelche Jünger des rassistischen Antisemiten. Nun schrieb mir Twitter, sie hätten „den gemeldeten Inhalt untersucht und keinen Verstoß gegen die Twitter-Regeln oder Gesetze feststellen“ können.“ Bei aller Kritik: Mehr Sinn für Wahrheit und freie Meinung als mancher Handlanger der deutschen Regierung haben amerikanische Firmen immer noch!

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Treffen mit Henryk Broder. Der tägliche Irrsinn, derzeit vor allem die immer wilderen Reaktionen auf die Gemeinsame Erklärung, sei zwar deprimierend, belustige aber auch durch seine Dreistigkeit. Tatsächlich seien nun viele Medien das, was die Leute von Pegida schon früher skandiert hatten: Lügenpresse. „Lückenpresse“, die Sprachschöpfung Michael Klonovskys, die das bewusste Auslassen oder Verschweigen umriß, fasse es nicht mehr.

Leider nur zu wahr. Wer behauptet, von einer rechtswidrigen Einwanderung könne keine Rede sein, will weder Artikel 16 a Grundgesetz noch § 18 II Asylgesetz zur Kenntnis nehmen. Aus beiden Vorschriften ergibt sich eindeutig, dass Leute aus allen angrenzenden Ländern unverzüglich an der Grenze abzuweisen sind – ohne Prüfung etwaiger Asylgründen. Daher dürfen sie auch nicht, wie derzeit üblich, in deutsche Auffanglager gebracht werden. Die Praxis der Bundespolizei, die auf Anweisung des Innenministers handelt, also Horst Seehofers und zuvor Thomas de Maizières, ist ein klarer Rechtsbruch. Und Dieter Mohr von ‚Titel, Thesen, Temperamente’, Caroline Fetscher vom Tagesspiegel, die Schriftstellerin und angebliche Juristin Juli Zeh im NDR und viele andere belügen offen ihrer Leser, Zuschauer, Zuhörer, wenn sie frech das Gegenteil behaupten.

Das gelte es, so Broder, festzuhalten: Jede Lüge, jeden verleumderischen Tweet, jede Verharmlosung, Beschönigung, Kleinrednerei der Lage. Irgendwann werde man all das brauchen.

Am Ende ein schönes Versprechen: Bei seinem nächsten Treffen mit Springer-Chef Döpfner wolle er ihn fragen, ob angesichts des muslimischen Anti-Semitismus, der von mir in meinem einst inkriminierten BILD-am-SONNTAG-Kommentar vorhergesagt wurde und den nun auch BILD konstatiert, nicht ein deutlicher Nachschlag zu meiner Abfindung fällig sei. So anstandshalber. Broder ist vermutlich der einzige, der solche Versprechen lustvoll hält.

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Auch ich hätte Gründe, #meetoo zu rufen. Seit Wochen schreibt mir eine Verehrerin auf Facebook Dinge, die als Kompliment gemeint sind, aber doch etwas weit gehen. Ich bin „Schatzi“, „unheimlich schick“, manchmal auch „eine so süße Maus“, hätte bestimmt „einen weichen Bauch“ und zudem „eine so schöne Männlichkeit“. „Lass mich mal Dich…, bitte“ mag noch mehrdeutig sein, „Komm bitte zu mir, zieh Dich aus und leg Dich in mein Bett“ ist es nicht mehr.

Interessant sind die Reaktionen. Erzähle ich, dass eine Freundin diese Art von liebestoller Zuneigung erhalten habe, herrscht Empörung bis hin zum Ratschlag, die Polizei einzuschalten. Vermelde ich dann, dass ich selbst der Empfänger bin, herrscht Belustigung. Zur Anzeige würde niemand die Sache bringen. Zu Recht.

Männerstreik: Akademisierung als Liebestöter

In Zusammenhang mit dem syrischen Mädchen Hala, in meinem letzten Eintrag erwähnt, schreibt ein Leser: „Auffällig ist, wie muslimische Eltern auf den Tod ihrer Töchter reagieren. Sind jene durch Krieg, Unfälle, Erdbeben ums Leben gekommen, herrscht demonstratives Gejammer. Dagegen zeigen sie keinerlei Regung, wenn sie ihre Tochter eigenhändig getötet haben, weil jene kein Kopftuch trug, den Falschen liebte, allein aus dem Haus gegangen ist.“

Zu ergänzen ist eine dritte Reaktion: Der ekstatische, von Angehörigen und Nachbarn geteilte Jubel, wenn die minderjährige Tochter bei ihrem Tod noch mehrere Israelis mitriß. Dann herrscht eitel Sonnenschein, nicht nur über die von der EU mitfinanzierte „Märtyrer“-Rente, die richtig Mörderrente heißen muss. Ein reizendes Völkchen.

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Zur causa Tellkamp eine Anekdote, die Siegfried Unseld öfter erzählt haben soll: Dessen Vorgänger Peter Suhrkamp, Gründer des Verlages, habe einst den Brief eines Lektors korrigiert, der einen Autor loben wollte. Man habe nicht das Recht zum Lob; denn dadurch fordere man auch das Recht zum Tadel.

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Bei Freunden. Der Sohn, 22, kommt ins Zimmer, abgekämpft, glücklich. Gerade haben er und seine Mannschaft in letzter Sekunde ein Hockeyspiel gewonnen. Man spürt noch die Ekstase, den Jubel, die Lust an Wettkampf und Sieg. Freundliches Hallo, kurzer Bericht über Spiel und Triumph, dann entschuldigt er sich: Er müsse sich auf die morgige Vorlesung vorbereiten. Die Frage seiner Mutter, was aus dem hübschen Mädchen geworden sei, mit dem sie ihn kürzlich in der Stadt getroffen habe, beantwortet er schon im Gehen: „Sie wollte mit mir Germany’s Next Top-Modell sehen. Das war’s dann!“ Ein kluger Mann.

Tatsächlich gab es schon zu meiner Studienzeit einen Katalog frauenspezifischer Warnschilder, die jeden, der bei Sinnen war, sofort das Weite suchen ließen: Stofftiere. Exzentrisch gefärbte Haare. Psycholektüre. Ob auch Katzen dazuzurechnen seien, war beliebtes Thema beim sonntäglichen Kick. Die meisten hielten Katzen für den Ausdruck der soziopathischen Einstellung ihrer Besitzerinnen: Alles vom Versorger erwarten, nämlich Ansprache, Futter, Streicheleinheiten und Beseitigung des Drecks; aber nichts zurückgeben und immer auf Unabhängigkeit pochen. Heute gibt es, wie eben GNTM, noch weitere Gefahrgut-Zeichen. Dass viele Frauen keinen Partner finden, ist wenig überraschend.

Eben darüber hat die Amerikanerin Helen Smith ein Buch geschrieben. „Männerstreik“ (Edition Sonderwege) geht der Frage nach, warum 70% der amerikanischen, 60% der deutschen Männer im heiratsfähigen Alter nicht mehr bereit sind, den Katzenvater zu geben. Schon in der Ausbildung, so die Entwicklung in den USA, verabschiedeten sich viele Männer von höheren Ambitionen. Und das nicht aus intellektuellen Gründen, wie oft behauptet. Vielmehr würden sich auch Hochbegabte von College und Universität abwenden, weil sie die dortige Mischung aus Diskriminierungshysterie, Gender-Gefasel und feministisch manipulierten Leistungsprüfungen abstoße. Für Männer, die sich messen und besser sein wollten als ihre Konkurrenten, sei die heutige Universität längst ein lebensfeindliches Biotop; und der dort vorherrschende Frauentypus unter Aspekten der Familiengründung keine Verlockung. Anders als viele Akademikerinnen meinen, wirken intellektuelle Selbstüberschätzung, Veganismus plus Hypermoral nicht gerade anziehend. Warum also einen hochkompetitiven Job als Anwalt, Manager oder Broker anstreben, warum 70 Stunden und mehr pro Woche arbeiten, wenn der Lohn im Permanenz-Gejammer der Ehefrau liegt, die sich selbst als zu qualifiziert betrachtet, um ‚nur’ Kinder aufzuziehen? Nicht wenige Amerikaner würden daher der College-Ausbildung Lebwohl sagen und sich Handwerksberufen zuwenden – einem der letzten Refugien des reinen Leistungsgedankens.

Zudem hätte sich, so Smith, in den letzten Jahrzehnten auch rechtlich die Situation deutlich zulasten der Männer verschoben. Gegenüber behaupteten Sexualdelikten sei die Unschuldsvermutung so gut wie abgeschafft, einvernehmlicher Sex könne auch im nachhinein von der Frau als ungewollt deklariert werden, und bei der Jobsuche hätten weiße Männer aus Gründen der ‚positiven Diskriminierung’ bei allen öffentlichen oder ihnen nahen Arbeitgebern keine Chance. Hinzu komme die systematische Benachteiligung von Männern beim Unterhalts- wie Sorgerecht sowie die Gefahr, im Falle der Scheidung mit Vorwürfen des Kindesmißbrauchs überzogen zu werden – ein im übrigen auch in Deutschland nicht seltenes, für Frauen allerdings gefahrloses Phänomen. Nach einer Studie des bayrischen Landeskriminalamts werde in solchen Fällen so gut wie nie ein Verfahren wegen falscher Verdächtigung eröffnet.

Die Ausführungen von Helen Smith sind lesenswert. Doch den Höhepunkt des Buches bildet der brillante, knapp 70-seitige Essay von Thomas Hoof. Seiner Ansicht nach ist der Feminismus eine Blüte des petrolischen Zeitalters, der fast unbegrenzten Verfügbarkeit von Energie – und mit ihm werde sie auch verblühen. Erst die energetische Exploitation der Welt, erdacht und umgesetzt allein von Männern, schuf für Frauen die Möglichkeit, sich von Versorger und Beschützer zu lösen. Wo es keinen Überfluß an Energie gibt, wo noch Holz gesammelt oder Kohle geschürft werden muss, gibt es auch heute keinen Feminismus. Insofern ist die Emanzipation der Frau vom Weibe, später dann irrigerweise auch vom Mann, eine Frage billigen Erdöls. Wenn Grüne so CO2-bewusst leben wollen, wie sie oft propagieren, werden sie sich mit dem Patriarchat abfinden müssen.

Um der so lohnenden wie amüsanten Lektüre nicht vorzugreifen, hier lediglich drei längere Zitate, die Duktus und Richtung zeigen. Dass Hoof zudem den schönen, leider aus der Mode gekommenen Begriff des Bekakelns reanimiert, sei ihm hier gedankt.

Die schlichteste Feststellung, dass die männliche Überlegenheit selbstverständlich auch bei intellektuellen Leistungen gegeben sei, provoziert regelmäßig die entsetzte Antwort: „Aber hallo, wir sind im 21. Jahrhundert!“ – so als entscheide das Datum, an dem eine empirisch gewonnene Erkenntnis betrachtet wird, über ihre Richtigkeit. Es handelt sich hier um ein Urteil aus den denkbar umfangreichsten Erfahrungsdaten: Der gesamten Menschheitsgeschichte. Alle erwähnenswerte technischen, wissenschaftlichen, philosophischen, literarischen und musikalischen Leistungen kamen von Männern. Der australische Philosoph David Stove hat vollkommen recht, wenn er sagt, dass es bei so umfangreichen Material völlig legitim sei, von den Leistungen auf die Leistungsfähigkeit zu schließen. Das aber heißt: Hochbegabung ist männlich. Hochleistung ist männlich.

Eine der seltsamsten Schrullen der genderistischen Propaganda ist die stehende Rede von der höheren „Teamfähigkeit“ der Frauen, die, wohlgemerkt, behauptet wird gegenüber dem Geschlecht, das der „Mannschaft“ den Namen gab und seit Ewigkeiten darin geübt ist, sich in Kampf- und Jagdgruppen, Scharen, Schwärmen und Horden temporär zusammenzuschließen.

Bei den Einkünften aus selbständiger Arbeit unterschreiten die durchschnittlichen Brutto-Monatseinkommen von Frauen diejenigen von Männern um 42%. Niedergelassene Ärztinnen haben seit 20 Jahren stabil nur etwa sechzig Prozent des Einkommens ihrer männlichen Kollegen. (…) Deutlich wird: Wo Frauen beruflich nicht unter der Patronage eines Tarifvertrages oder firmeninterner „Grundsätze zur geschlechtergerechten Gehaltsgestaltung“ stehen, sondern ihr Einkommen in eigener Verantwortung und gegen Leistungsmessung erzielen müssen, fallen sie in eine Lücke, die weit tiefer ist als der vielbeklagte „Gender Pay Gap“ bei den Lohneinkommen…

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Zur Diskriminierung von Frauen bei der Entlohnung lieferte die vorletzte Sendung von ‚37°c’ ein schönes Beispiel: Janine, eine freundliche, eindrucksvolle Person, ist als Müllwerkerin tätig. Ein Knochenjob, und gelegentlich, so berichten lachend die Kollegen, müssten sie helfend einspringen, wenn die Mülltonnen zu schwer seien. Die Doku lässt das unkommentiert, tatsächlich hätten die Redakteure hier einhaken müssen. Würde man andernorts jemanden einstellen, der seinen Job nicht hundertprozentig stemmen kann? Kaum. Auch die Forderung „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ kommt hier vermutlich nicht zur Anwendung, Kürzungen muss Janine nicht fürchten. Ungleichbehandlung im Namen der Gleichheit.

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Der Holocaust war gar nicht Konsequenz einer bösartigen Ideologie der Weltherrschaft und Vernichtung; es waren sechs Millionen Einzelfälle.