Sport, Gender und Berliner Freundlichkeiten

In den USA wollen die 2,3 Millionen Boy Scouts, zu deutsch Pfadfinder, kein reiner Jungenverein mehr sein, sondern auch Mädchen aufnehmen. Also ließen sie das ‘Boy’ im Namen fallen. Das aber empörte die 2 Millionen Girl Scouts. Sie erhoben umgehend Klage auf der Basis von Markenschutzrechten. “Allzeit bereit”, das bekannte Motto der Pfadfinder, bedeutet inzwischen “Allzeit klagebereit”. Eine zeitgemäße Lösung, so ein amerikanischer Freund, böte der Zusammenschluß beider Vereine unter dem Kürzel SCS: Social Construct Scouts.

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Der Witz von den Social Construct Scouts ist von der Wirklichkeit bereits überholt. Denn das Ende von Gender ist sichtbar. Sorgen wird dafür der Sport. Gleichberechtigung bedeutet eben nicht Gleichwertigkeit. Männer haben mehr Muskeln. Das macht sportliche Wettkämpfe zwischen Männern und Frauen zu einer klaren Angelegenheit.

So auch im Handball, zu sehen an der australischen Frauenmannschaft. Dort spielt die Transfrau Hannah Mouncey. 1 Meter 88 groß, hundertzehn Kilo schwer, Hände wie Bratpfannen. Mit ihr, früher ein Mitglied der australischen Herrenmannschaft, gewinnt das Team jedes Spiel. Ebenso erfolgreich ist eine Transfrau im Boxen; sie knockt jede Gegnerin aus. Ob die das als fairen Wettbewerb empfinden?

Für im Medaillenranking rückständige Nationen mit einer gewissen Geschmeidigkeit in Fragen erforderlicher Atteste bietet Gender allerdings Möglichkeiten. Sie könnten bei den kommenden olympischen Spielen die Disziplinen der Frauen konsequent mit Transfrauen besetzen. Ob Volleyball, Hockey, Gewichtheben oder Fußball, ob Laufen, Schwimmen oder Speerwurf, überall würden diese Länder – sagen wir mal: Aserbaidschan, Weißrussland und Pakistan – die ersten Plätze unter sich ausmachen. Nur in Disziplinen wie Dressurreiten, Synchron-Schwimmen oder Turmspringen hätten Frauen anderer Nationen Aussicht auf eine Medaille.

Chancengleichheit wäre erst dann wiederhergestellt, wenn alle Länder sich der Diktatur des GenderMainstreaming beugten und Transfrauen ins Rennen schickten. Nur wären dann Frauen aus vielen Sportarten eliminiert – und damit diese Disziplinen uninteressant für Werbetreibende, die auf Frauen zielen. Sicher ist: Wenn das große Geld Druck macht, wird das IOC alle Gendermaßnahmen sofort beenden, und zwar ohne Rücksicht auf Fragen der “Diskriminierung” einiger Transsexueller.

Noch dazu: Hannah Mouncey, mit zahlreichen Fotos im Netz vertreten, erinnert an die Frauen, die die Länder des Ostblocks in den 1970er Jahren zu den olympischen Spielen schickten – dickschenkelige Kolosse mit Bartwuchs, Baßstimme und Bodybuilder-Maßen. Warum also Doping-Kontrollen und Testosteron-Verbote, wenn über die Zulassung von Transfrauen die muskuläre und hormonelle Differenz doch wieder erlaubt wird? Wer Gender befürwortet, muss schon aus Gründen der Chancengleichheit Doping freigeben.

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Slogan für migrationsbegeisterte Pazifisten: Messer zu Fußfesseln!  

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Aus den Kriegstagebüchern von Astrid Lindgren: “Vom dänischen König werden ziemlich viele Geschichten erzählt. Unter anderen wird behauptet, er habe, als die Deutschen planten, in Dänemark den Judenstern nach deutschem Muster einzuführen, gesagt, dass er der erste sein werde, der in tragen würde. Es wurde nichts aus dem Judenstern in Dänemark. Ferner wird behauptet, dass, als die Deutschen die Hakenkreuzfahne auf Schloss Amalienborg wissen wollten, Christian gesagt habe, dass in diesem Fall ein dänischer Soldat sie auf der Stelle herunterholen würde. “Dann wird der dänische Soldat erschossen”, antwortete der deutsche Oberbefehlshaber. “Der dänische Soldat, das bin ich”, sagte der König. (Dank an CG)

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Gehört: Parteitage sind Dolchstoßgelände.

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Busfahrt in Berlin. Ich steige ein, das Kleingeld abgezählt in der Hand, und bitte um eine Fahrkarte. Der Bus ist bestenfalls zu einem Drittel besetzt, es herrscht kein übermäßiger Verkehr, hinter mir will keiner mehr zusteigen. Eigentlich eine entspannte Situation. Doch der Fahrer raunzt mich an: “Gehen Sie durch!” “Aber ich habe kein Ticket!.” “Haben Sie was an den Ohren? Gehen Sie durch!” Bei der nächsten Haltestelle versuche ich es noch einmal. Gleiche Reaktion, ohne Erklärung. Die anderen Fahrgäste zucken mit den Schultern. Hauptstadt, Rätselstadt.

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Aus Westfalen erhalte ich ein sehr freundliches Schreiben ohne Adresse und Namen, zusammen mit 50 Euro. Diesem und allen anderen Unterstützern ganz herzlichen Dank!

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Im Café bei BMW am Kaiserdamm. Unmittelbar vor dem Tresen auf dem Boden eine handtellergroße, schwarz-schmierige Masse. Als ich einen der Mitarbeiter, neudeutsch Barrista’, darauf aufmerksam mache, dankt der nicht etwa für den Hinweis, sondern meint sichtlich desinteressiert: Ja, das sei Eis, einem Kind sei die Schokokugel aus der Waffel gefallen. Dann wendet er sich wieder dem Tratsch mit seiner ebenso abständlichen Kollegin zu, obwohl jedem klar sein müsste, dass Kunden ausrutschen oder sich zumindest die Schuhe einsauen könnten. Aber keinem der beiden kommt der Gedanke, den Fleck wegzuwischen. Als ich nach einer Dreiviertelstunde gehe, ist der Fleck noch da, wenn auch inzwischen verschmiert; offenkundig ist jemand hineingetreten.

Diese Mischung aus Desinvolture und Vornehmtuerei an der Grenze zum geschäftsschädigenden Verhalten findet sich immer häufiger. Was früher jeder Bedienung selbstverständlich gewesen wäre, scheint heute vielen unter ihrer Würde. Man ist Barrista, keine Putzfrau. Dass heute für jeden Lehrberuf, für jede Hilfstätigkeit ein Diplom oder Zertifikat verlangt wird, hat die Arbeit zwar nicht besser gemacht. Aber sie hat sie gleichsam erhöht, denn was eine Prüfung verlangt, kann so einfach nicht sein. Erhöht hat dieser Unfug vor allem das Selbstbild der Diplomierten. Und so benehmen sie sich auch.

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Zu Polenz, gefunden auf Facebook: “Sei nicht wie Ruprecht. Laber keinen Scheiß!” Als Maxime für jede Talkshow verwendbar.

Der Maulwurf als Giraffe – und anderer öffentlich-rechtlicher Schwachsinn

Kürzlich nahm ich in Dresden teil an einer Podiumsdiskussion zwischen Vertretern der AfD und dem Chefredakteur des ZDF, Peter Frey, sowie dem von ARD-aktuell, Kai Gniffke. Es ging um die Qualität der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung. Eine wirkliche Annäherung fand nicht statt, dazu war die Wahrnehmung zu unterschiedlich: Die Chefredakteure hielten die Arbeit ihrer Redakteure für gut bis sehr gut, der Publizist Michael Klonovsky, große Teile des Publikums und ich waren anderer Ansicht. Doch fielen einige bemerkenswerte Sätze. So meinte Kai Gniffke, verantwortlich für Tagesschau und Tagesthemen: “Ausgewogenheit gehört bei der ARD zum journalistischen Grundprinzip.”

Wie diese Ausgewogenheit aussieht, konnte man letzten Donnerstag im Morgenmagazin der ARD erleben. Maximilian Krah, Vize der AfD in Sachsen, hatte in einer Kolumne behauptet, im Jahr 2018 seien in Chemnitz bisher 60 Frauen vergewaltigt worden, davon die meisten durch Ausländer. Da für das aktuelle Jahr noch keine Polizeistatistik vorliegt, waren die Zahlen nicht verifizierbar; ob sie falsch sind, sei dahingestellt. Zumindest stellte die Chemnitzer Freie Presse im Juni fest, dass “nahezu jeden Tag die Polizei eine sexuell motivierte Straftat melde”.

Auf Befragung durch das Morgenmagazin räumte Krah seinen Fehler ein, wies aber darauf hin, dass seine These, wonach mit den ‘Flüchtlingen’ die Zahl der sexuellen Straftaten gegen Frauen drastisch gestiegen sei, sich ebenso auf die vorliegenden Zahlen von 2017 stützen lasse. Hierzu hatte er dem Fernsehteam die polizeilichen Daten für 2017 übergeben. Sie dokumentieren einen Anstieg der Vergewaltigungen in Chemnitz seit Öffnung der Grenzen im Jahr 2015 von 4 auf 50, also um über 1200 Prozent.

Diese Fakten wurden vom Morgenmagazin unterschlagen. Kein Wort zu den signifikant gestiegenen Sexualstraftaten, kein Wort dazu, dass die These Krahs in diesem Licht eben doch viel für sich hat. Statt dessen interviewte Patricia Klieme die Vertreterinnen zweier Opferhilfe-Vereinen, die sich bemühten abzuwiegeln. Laut ihrer Websites werden beide Vereine direkt von der sächsischen CDU/SPD-Regierung, vom Landratsamt Erzgebirge oder von der Stadt Chemnitz finanziert und hängen mithin vom Wohlwollen jener Politiker ab, die Grenzöffnung und Kontrollverlust unmittelbar zu verantworten haben. Derartige Gewährsfrauen betrachtet die ARD vermutlich als seriös. Noch einmal: “Ausgewogenheit gehört bei der ARD zum journalistischen Grundprinzip.”

Nachtrag: Wildwasser Chemnitz, einer der befragten Vereine, verlinkt auf seiner Seite auf eben jenen von Maximilian Krah und auch oben zitierten Artikel der Chemnitzer Freien Presse vom 1. Juni 2018. Wenn das alles falsch ist, wundert man sich über die Verlinkung und so viel Alarmismus. Denkbar ist jedoch, dass die ARD-Frau Klieme auch aus den Gesprächen mit den Vertreterinnen der Opferhilfe nur solche Sequenzen verwendete, welche die tatsächliche Bedrohungslage contra-faktisch herunterspielen. Ganz im Sinne öffentlich-rechtlicher Ausgewogenheit.

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Wenn der Global Compact on Migration, wie von der Regierung behauptet, nur unverbindliche Lirum-Larum-Regeln enthält – ist dann die Reise Merkels und der deutschen Delegation in Wirklichkeit ein Spaßtrip und Veruntreuung von Steuergeldern?

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Jede Sprache dient der Verständigung. Letztlich geht es um Wahrheit: Was ist und was ist nicht? Diese Verständigung ist nur möglich, wenn hinsichtlich der Begriffe Einigkeit besteht. Natürlich kann man rot auch blau nennen, Vater Mutter oder Terror Demokratie. Aber dann ist Verständigung ausgeschlossen. Wenn die Begriffe keine Wahrheit haben, endet jede Debatte.

Für die begriffliche Wahrheit ist bei Gegenständen der Phänotyp entscheidend. Ein Maulwurf bleibt ein Maulwurf, auch wenn er selbst vielleicht lieber Giraffe wäre. Das Äußere stellt den Maßstab.

Nur Genderisten bestreiten das, gegen das eigene Vermögen. Wer sie bittet, kurz und verständlich die Unterschiede zwischen den angeblich klar zu trennenden Geschlechtern binär, divers, two-spirit und cis zu benennen, zwischen Unterstrich-weiblich und Sternchen-weiblich, erlebt größte Verlegenheiten. Es käme auf den Willen des Betroffenen an, heißt es. Klar: Dann ist der Maulwurf doch Giraffe.

Was sich als Rücksichtnahme auf individuelle Befindlichkeiten tarnt, ist in Wahrheit ein Kampf um parasitäre Besserstellung. Giraffen beispielsweise sind in Deutschland eine Minderheit. Daher werde sie versorgt, gestriegelt, bekommen ausreichend Futter. Maulwürfe bekommen das nicht. Ihr Leben ist unversorgt, nicht selten sogar bedroht.  

Daher ist es einträglich, Giraffe zu sein. Das ist der ganze Sinn von Gender. Es geht um Zuwendungen, es geht darum, andere für sich arbeiten zu lassen. Wer nicht hetero ist, sondern genderfluid, demigirl, nicht-binär, maverick oder xeno, soll Anspruch auf Förderung haben. Wie bei der Giraffe geht es um Futter und Unterhalt. Und es geht um Macht. Es geht um die Macht, das eigene Klientel auf Kosten anderer versorgen zu lassen, indem man deren Bedürftigkeit gegen jede Wahrheit definiert. Lüge zur Vorteilsgewinnung. Nichts anderes ist Gender.

Das sieht Andrej Reisin, ‘Faktenfinder’ oder Faktenerfinder beim NDR, anders. Er schrieb kürzlich: “Wer gegen Gender ist, ist rechts. Es gibt keinen biologischen Determinismus, der aus dem Vorhandensein bestimmter Organe und Hormonspiegel automatisch ableitet, welche Eigenschaften und Fähigkeiten ein Mensch hat.”

Schon mit Blick auf genetische oder hormonelle Erkrankungen ist das grober Unfug. Aus dem Down-Syndrom lassen sich eben durchaus Schlüsse auf das intellektuelle Potential des Betroffenen ziehen. Richtig ist lediglich, dass auch Menschen ohne Down-Syndrom dem Schwachsinn nahe sein können. Ein Zeichen dafür ist üblicherweise das Bestreiten phänotypischer Merkmale. Wer sich selbst entgegen seinem Erscheinungsbild für Napoleon, Jesus oder Dschingis Khan hält, ist ein Fall für die geschlossene Abteilung. Dass der NDR sich jener annähert, werden angesichts der Äußerung von Herrn Reisin oder mit Blick auf die Realitätsverdrängung in Tagesschau, Morgenmagazin oder Panorama immer weniger bestreiten.

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Ein junger Jude kommt zum Rabbi: “Rabbi, was muss ich tun, um unsterblich zu werden?” “Nun, heirate!” “Macht mich das denn unsterblich?” “Nein, aber es nimmt Dir den Wunsch.”  (mit Dank an CG)