Auffälligkeiten um Franco A.

Was weiß man über Franco A., den angeblich rechtsterroristischen Bundeswehrsoldaten, der sich – bar jeder arabischen Sprachkenntnisse –  als Syrer registrieren ließ? Zunächst liegen laut Staatsanwaltschaft auch nach drei Wochen keinerlei belastbaren Hinweise auf eine Straftat oder ein Netzwerk vor. Ebenfalls unklar ist, warum Franco A. überhaupt versuchte, den Flüchtlingsstatus zu erlangen. Musste er nicht damit rechnen, dass er dabei auffliegt? Wer Anschläge plant, kommt auf viele Ideen; dass er erst einmal nach Nürnberg zur Registrierung fährt, ist ein neuer Ansatz.

Noch andere Dinge sind auffällig. Franco A. war Soldat der deutsch-französischen Brigade. Deutsch-französische Brigade, das heißt auf Französisch: Franco-Allemande. Franco A. bei der Franco-Allemande. Zufälle gibt’s.

Das A. des Nachnamens soll für Albrecht stehen. Das ist der Mädchenname der Verteidigungsministerin von der Leyen, der Tochter des früheren Ministerpräsidenten Albrecht. Noch ein Zufall. 

Franco A. soll aus Offenbach stammen und mehrfacher hessischer Rudermeister sein. In der Schülerzeitung der Offenbacher Schillerschule ist auf einem Foto ein Franco Albrecht zu sehen. Nur ist unklar, ob das derselbe Mensch ist, um den es jetzt geht. Denn laut FAZ ist in den Siegerlisten des hessischen Ruderverbandes kein Franco Albrecht aufgeführt. Dort heiße der mehrfache Meister Andreas M., ohne dass die FAZ diesen Widerspruch aufklären konnte.

Seltsam sind noch andere Dinge. Zunächst, dass Staatsanwaltschaft und Ministerium bei einem unbewiesenen, extrem schweren Strafvorwurf den Klarnamen herausgeben. Das ist eine gravierende Verletzung von Persönlichkeitsrechten.

Ferner ist ungewöhnlich, dass plötzlich mehrere Zeitungen das Gutachten über die Magisterarbeit von Franco A. besitzen. Wer hat diese Gutachten gestreut? Auch das klingt nach Eingriff in Persönlichkeitsrechte. Unklar ist zudem, von wem die Sätze stammen, die angeblich das rechtsextreme Gedankengut belegen: Sind sie Originalzitate aus der Magisterarbeit selbst oder lediglich Interpretationen des Gutachters?

Ebenso auffällig: Die Anerkennung als Flüchtling sei nicht durch den zuständigen Sachbearbeiter, sondern durch einen Soldaten erfolgt. Franco A. spricht in der riesigen Nürnberger Behörde vor, und ausgerechnet an diesem Tag trifft er auf einen seiner Kameraden?

Schließlich wirkt befremdlich, dass jemand, der in Wien eine Waffe auf dem Flughafen versteckt, einfach laufen gelassen wird. Entweder haben die Österreicher ein sehr entspanntes Verhältnis zu Waffen auf Flughäfen, oder jemand hat die Hand über Franco A. gehalten.

Ein Freund vermutet, der Fall Franco A. sei ein geplatzter Plan der Dienste. Man habe jemanden in die Kreise der Terroristen aus den französischen Ex-Kolonien einschleusen wollen. Dann ergibt die Registrierung als Flüchtling tatsächlich einen gewissen Sinn. Aber das ist rein spekulativ. Zudem wäre nach dieser Deutung die jetzt laufende Hexenjagd in der Bundeswehr bloße Ablenkung, auf Kosten von Ruf und Truppe. Das möchte man nicht einmal Frau von der Leyen unterstellen.

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Wenn, wie oft gesagt, das Grundgesetz die Leitkultur darstellt, woraus ergibt sich dann das Eintreten für das Lebensrecht Israels? Woraus das Verbot der Viel- oder der Kinderehe, nachdem es im Gesetz keine Definition von ‚Ehe’ oder ‚Kind’ gibt?  Umgekehrt müssten nach den Wertungen des Grundgesetzes zum Recht auf Leben und zur Würde des Menschen alle Abtreibungen sofort verboten werden. Eine Verfassung, die Kernfragen nicht beantwortet, und eine Rechtspraxis, die jene Verfassung nicht beachtet – sollten das wirklich die Grundlagen einer Leitkultur sein? Wie schon einmal gesagt: Das Grundgesetz mag Willkommenskultur sein, also der allerbanalste Rechtsrahmen; die Leitkultur ist es nicht.

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“A writer who says that there are no truths, or that all truth is ‘merely relative,’ is asking you not to believe him. So don’t.” Roger Scruton

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Häufig zu lesen: Der Islam stelle den westlichen Konsumismus infrage. Tatsächlich weiß jeder, den Dummheit oder Schicksal in die arabische Welt führten, dass nirgends auf der Welt der Materialismus solche Triumphe feiert wie in Dubai, Abu Dhabi oder Riad. Nirgends geht es geistloser zu, nirgends ist die hedonistische Präsentation von Schmuck und Luxusautos, von Falken und Pferden so penetrant wie dort. Der einzige Geist des Morgenlandes ist immer noch der in Öllampen.

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Peter Scholl-Latour: „Wer halb Kalkutta einlädt, wird selbst Kalkutta“. Gilt auch für Einladungen nach Alcatraz.

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Frau Merkel will nicht, dass die Deutschen mit auch türkischem Paß über das türkische Referendum zur Todesstrafe abstimmen. Aber ist es Sache der Kanzlerin, Inhaber ausländischer Staatsangehörigkeiten an der Ausübung ihrer Wahlrechte zu hindern, weil ihr der Inhalt einer Wahl nicht gefällt? Ein Prüfungsrecht ist insoweit nicht vorgesehen, auch gar nicht denkbar. Zudem sprechen die besseren Gründe dafür, gerade diese Abstimmung zuzulassen: Dann weiß man wenigstens, wie viele Deutsch-Türken eine Bereicherung in Fragen der Strafrechtsergänzung sind.