Nur Sklaverei

Wer an Sklaverei denkt, denkt an die amerikanischen Südstaaten. Dabei war der Sklavenexport in das „Land of the Free“ vergleichsweise marginal. Von den rund 11,5 Millionen Afrikanern, die gefangen und über den Atlantik entführt wurden, gelangten lediglich 390.000 in die Vereinigten Staaten; zudem war ihre Lebenserwartung dort deutlich höher als die der rund 10 Millionen Sklaven, die in den bolivianischen Silberminen oder auf den mörderischen Zuckerrohrplantagen Brasiliens und der Karibik endeten.

All dies und vieles mehr findet sich in einem der großartigsten Sachbücher der letzten Jahre: In der „Weltgeschichte der Sklaverei“ des Rostocker Professors Egon Flaig. Auch die Begrifflichkeiten klärt Flaig: Nicht jede Ausbeutung, nicht jede Zwangsprostitution ist Sklaverei, sondern nur die totale Entrechtung. Wer in Sklaverei geriet, durch Krieg, Schulden, Verkauf als Kind oder Kriminalstrafe, starb den sozialen Tod: Die Ehe wurde annulliert, ebenso alle Verwandtschaftsbeziehungen, selbst zu den eigenen Kindern; etwaiges Vermögen verfiel. Er oder sie war Ware und wurde als solche offen gehandelt. Das ist die zweite Voraussetzung, um von Sklaverei sprechen zu können: Sie muss gesellschaftlich akzeptiert sein. Die Insassen der deutschen Konzentrationslager waren ebensowenig Sklaven wie die des GULAG.

Sklavistische Gesellschaften waren über Jahrhunderte weit verbreitet: Im alten Griechenland wie im römischen Imperium, in Korea, Ägypten, Karthago, im Judentum, in Russland unter Peter dem Großen oder in China. Aber ein geradezu interkontinentales Sklavensystem, in dem Sklaven nicht Nebenprodukt der Kriegsführung, sondern ihr erklärtes Ziel waren, hat erst der Islam geschaffen; er wurde zur größten Sklavenhaltergesellschaft der Weltgeschichte.  Hunderttausende wurden entführt und versklavt, aus Europa, dem Balkan, dem Kaukasus, der russischen Steppe, selbst aus Indien über die Pässe des Hindukusch. Der erhielt in dieser Zeit seinen bis heute gültigen Namen: ‚Tod des Hindu’.

Besonders aber litt Afrika. Mindestens 17, vermutlich weit über 20 Millionen Afrikaner wurden von arabischen Menschenhändlern in den zwölf Jahrhunderten zwischen 700 und 1900 versklavt; rechnet man, weil sich die Gejagten erbittert wehrten, mit einem zusätzlichen Toten pro Sklaven, bekommt man eine Vorstellung vom Einfluss der islamischen Sklavenjagd auf die afrikanische Gesellschaft.

Die wurde komplett verändert. Der weit überlegenen arabischen Militärtechnik ausgeliefert, mussten viele Stämme selbst zu Jägern werden, um der eigenen Versklavung durch das Stellen von Fremdsklaven zu entgehen. So entstanden in Afrika im 11. Jahrhundert große islamisierte Raubstaaten, die sich auf Menschenjagd spezialisierten. Ungezählte kleinere Völker und Ethnien sind diesen prädatorischen Raubzügen zum Opfer gefallen. Ein, so Flaig, „regelmäßiger Genozid“.

Wozu all die Sklaven? Sklavinnen waren vor allem Sexualobjekt, Zwangsprostituierte. Bezeichnenderweise hieß die Formel der Freilassung: „Dein Geschlecht ist frei“! Männer wurden für körperliche Arbeit eingesetzt, auf den großen Plantagen in Spanien, Afrika, Irak, Persien, dazu in Salzminen und Bergwerken. Dort war Sterblichkeit so hoch, dass Flaig von ‚Vernichtung durch Arbeit’ spricht.

Zudem entwickelten die islamischen Staaten einen Sondertypus: Den Militärsklaven, eine direkte Konsequenz von Staaten, die Herrschaft durch Gott legitimieren, nicht durch Wahl oder dynastische Herkunft. Um sich vor Rivalen zu schützen, schufen Kalifen, Sultane und Emire große, nur ihnen hörige Militärkontingente von (weißhäutigen) Mameluken und Janitscharen. Allein diese Heere riefen unersättlich nach Nachschub.

Da Gottesstaaten keine geregelten Verfahren für den politischen Wechsel kennen, sondern nur den Umsturz, waren die islamischen Herrscher darauf bedacht, dynastische Konkurrenz auszuschließen; schon ab dem Jahr 800 waren alle Kalifen von Harems-Sklavinnen geboren. Daneben führte die Bekämpfung aller familiärer Bindungen zu einer besonders widerwärtigen Form der Sklaverei, die die islamische deutlich von anderen sklavistischen Gesellschaften unterscheidet: Der Eunuchie. In Verdun, Samarkand oder Buchara entstanden regelrechte Kastrationszentren. 60 – 90 Prozent der so Verstümmelten überlebten die Kastration nicht.

Auch für eine andere Kulturleistung steht der Islam: Für die Erfindung des Rassismus. In Griechenland, Rom oder Ägypten wurde Sklaverei als individuelles Unglück, als Folge von Piraterie, Krieg oder wirtschaftlicher Not gesehen. Wurde der Sklave freigekauft oder entlassen, lebten die bürgerlichen Rechte wieder auf. Einen Hautfarbenrassismus kannte man nicht. Den begründeten erst die Araber, auch mit ‚wissenschaftlich-klimatologischen’ Handbüchern über die angebliche Minderwertigkeit schwarzer und weißer Menschen. Die Rassenlehre ist keine Erfindung der Nazis. Über die Portugiesen, die den Sklavenhandel nach Europa brachten, fand der Rassismus dann nach Amerika.

Wie endete der Sklavenhandel? „Die Welt verdankt die Abschaffung der Sklaverei der europäischen Kultur“. Es ist der vielleicht großartigste Beweis für die humanitäre Kraft des freiheitlich-individualistischen Menschenbildes der westlichen Welt. Schon im alten Griechenland kritisierten Denker die Sklaverei als unvereinbar mit der Natur des Menschen, ebenso fast alle römischen Philosophen. Das Christentum führte diesen Gedanken weiter, wenn auch nicht immer konsequent. Doch schon 650 ächtete die Synode von Chalons die Sklaverei, erneut 922 die von Koblenz; in England gingen die Normannen nach der Eroberung 1066 scharf gegen jede Sklaverei vor. 1226 erklärte Toulouse jeden Sklaven, der das Stadtgebiet betrete, für frei; 2 Jahre später folgte Pamiers. Als erster Rechtskodex verurteilte der Sachsenspiegel 1235 die Sklaverei, und so auch mehrere Päpste – nicht selten zum Ärger christlicher Herrscherhäuser, die zwar im eigenen Land die Sklaverei verboten, sie in den Kolonien aber duldeten.

Der eigentliche Durchbruch kam im 19. Jahrhundert. Auf dem Wiener Kongress 1814 erklärten acht Staaten die Ächtung der Sklaverei. Zahlreiche bilaterale Verträge über das Aufbringen und Durchsuchen von Schiffen folgten. Vor allem England verschärfte den Kampf und unterband systematisch Sklaventransporte von der Westküste Afrikas. Englische Kapitäne, die Sklaven transportierten, wurden gehenkt. Fast 15 Prozent seiner Kriegsflotte setzte England zu diesem Zwecke ein, die Kosten waren höher als die Erlöse aus dem Sklavenhandel in den 50 Jahren zuvor.

Doch die Blockade der Transportrouten, später auch an der afrikanischen Ostküste, unterband nicht die innerafrikanisch-islamische Sklavenjagd, die ungebremst weiterging. Das stellte die Frage nach militärischer Intervention. Der späte Hochkolonialismus in Afrika, darauf weist Flaig hin, war wesentlich auch humanitär veranlasst. Wo europäische Staaten afrikanische Territorien besetzten, gingen sie scharf gegen Sklavenjagden vor, in vielen Gebieten damals auch ein höfisches Vergnügen; nur Portugal und Belgien hielten noch eine Zeitlang an der Sklaverei fest. Erst 1920 galt die Sklaverei weltweit als abgeschafft.

Warum aber errichteten gerade islamische Länder das größte und brutalste Sklavensystem der Weltgeschichte? Letztlich ist die islamische Sklaverei die Konsequenz der religiös vorgegebenen Unterscheidung zwischen Muslimen und ‚Ungläubigen’ und der Pflicht zu deren Bekämpfung (Djihad). Sind Andersgläubige grundsätzlich Feinde, ist der Weg zum Rassismus vorgegeben. So ist die Sklaverei, nach dem Urteil eines anderen Historikers, „dicht eingewoben in die Textur der islamischen Religion und Gesellschaft.“ Dass führende islamische Rechtsgelehrte auch heute die Sklaverei nicht grundsätzlich ablehnen, sondern nur als derzeit nicht praktizierbar betrachten, fügt sich in dieses Bild ebenso wie die aktuellen islamischen Massenversklavungen im Sudan. Bis 2011 hatten christliche Organisationen laut Flaig rund 80.000 Opfer freigekauft.

Als Ergebnis dieser großartigen Arbeit bleibt: Das mit weitem Abstand größte Menschheitsverbrechen der Geschichte ist wesentlich eine Konsequenz des Islam. Über mehr als 1000 Jahre war er verantwortlich für millionenfache Zwangsprostitution, Morde, Vernichtung durch Arbeit, Kastrationen, Menschenjagden, totale Entrechtung; dazu für die Auslöschung ganzer Kulturen und die Erfindung des Rassismus. Doch während die Europäer sich seit vielen Jahrhunderten auch mit den düsteren Kapiteln ihrer Geschichte auseinandersetzen, kommt von den Muslimen bis heute nichts. Keine wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema, keinerlei kritische Beschäftigung mit der eigenen Geschichte, von Entschuldigung oder Ausgleich ganz zu schweigen. Auch das zeigt die Defizite einer Kultur, die diesen Namen nicht verdient. Stattdessen nur freche Geschichtsfälschung, in diesem Land vor allem von Lumpen wie Alboga, Mazyek, Khallouk: „Islam heißt Frieden“. Und viele plappern es nach. Aber wer das ernsthaft glaubt, hält auch Hitler für einen Pazifisten.